„Wir suchen mutige Menschen, die keine Angst haben, Fehler zu machen!“

Die Abteilung Communication & Interior Design (kurz Com&In) bei IKEA in Deutschland startet gerade eine Rekrutierungskampagne: Im laufenden Geschäftsjahr sollen 300 neue Kollegen eingestellt werden. Wir haben Berna Brandsaeter zum Interview getroffen. Die Norwegerin leitet die Abteilung Com&In bei IKEA Deutschland, in dem insgesamt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten. 

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Du arbeitest schon fast 20 Jahre bei IKEA – was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß und was ist das Besondere?

Berna: Uns wird hier sehr viel Freiheit gegeben – das ist wirklich toll! Jeder Einzelne kann seine Persönlichkeit einbringen, um Projekte voranzubringen und auch IKEA als Unternehmen weiterzuentwickeln. Mir macht es viel Spaß, dass IKEA so ein neugieriges Unternehmen ist. Wir arbeiten immer wieder daran, Dinge besser zu machen. Wirklich besonders ist außerdem, dass Fehler erlaubt sind – solange wir daraus lernen.

IKEA sucht für den Bereich Com&In im Laufe des nächsten Jahres 300 neue Mitarbeiter. Das ist echt beeindruckend! Warum stellt ihr so viele neue Kollegen ein?

Berna (lachend): Dafür gibt es mehrere Gründe. Deutschland ist der größte Markt für IKEA und auch weiterhin sehr wichtig. Wir haben gerade unser 51. Einrichtungshaus in Wuppertal eröffnet und im nächsten Jahr folgen zwei weitere. Für jedes neue Haus brauchen wir natürlich neue Kollegen. Außerdem geht es darum, wie wir unsere Produkte im Einrichtungshaus präsentieren. Wir experimentieren dafür gerne mit neuen Ideen und Konzepten. Daraus entstehen viele spannende Aufgaben mit tollen Entwicklungsmöglichkeiten auf nationaler, aber auch internationaler Ebene.

Welche Aufgaben genau hat die Abteilung Com&In?

Berna: Wenn mein Mann gefragt wird, was ich bei IKEA mache, sagt er immer: „Sie schüttelt die Kissen auf!“ Aber natürlich ist es noch ein bisschen mehr:  In jedem Einrichtungshaus haben wir einen sogenannten Com&In Manager. Dieser hat drei Teams: Das ist zum einen Interior Design. Dieses Team kreiert das Herzstück von IKEA: Unsere Wohnwelten. Hier geht es um Einrichtungslösungen, die gleichzeitig funktionell, schön und nachhaltig sind. Außerdem gibt es die Gestalter für visuelles Marketing – die größte Gruppe bei Com&In. Sie entwickeln die Grundrisse und das Layout des gesamten Einrichtungshauses. Aber natürlich geht es auch darum, wie und wo die Produkte präsentiert werden. Und dann gibt es noch das Team, das für graphische Kommunikation zuständig ist. Das sind in erster Linie Graphik-Designer, die Text-, aber auch Ton- und digitale Kommunikationselemente entwickeln. Dabei unterstützen sie sowohl das Interior-Design-Team als auch die Gestalter für visuelles Marketing.

Sind diese Kollegen alle Spezialisten in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich oder gibt es auch die Möglichkeit, zwischen den Teams zu wechseln?

Berna: Einige davon sind Spezialisten, die eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. Aber bei IKEA kann sich jeder weiterentwickeln und umorientieren – das ist das, was mich immer wieder an unserem Unternehmen fasziniert. Es geht uns in erster Linie darum, was für Fähigkeiten und Kompetenzen ein Mensch hat – und wie seine Persönlichkeit und sein Wertebild sind. Jeder kann sich in alle möglichen Richtungen entwickeln – zum Beispiel von einer Aufgabe in einem Einrichtungshaus zu einem Job in der Zentrale in Wallau oder auch in die Produktentwicklung in Schweden. Man muss es nur wollen! Aber es gibt bei uns natürlich auch Mitarbeiter, die ihren Job so sehr lieben, dass sie niemals einen anderen machen würden. 

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Was ist wichtig, wenn man sich für eine Stelle bei Com&In bei IKEA interessiert?

Berna: Natürlich ist es für uns interessant, welche Ausbildung ein Bewerber mitbringt. Noch entscheidender sind jedoch die Persönlichkeit und die praktischen Fähigkeiten des Bewerbers. Wir haben immer auch eine praktische Aufgabe in unserem Auswahlprozess. Wir wollen sehen, wie die Kandidaten mit kreativen Herausforderungen umgehen und wie sie an eine Aufgabe herangehen. Es geht dabei nicht so sehr darum, das Endergebnis zu bewerten, sondern eher einzelne Fähigkeiten: das visuelle Auge, das Kompositionsvermögen oder die Kreativität des Bewerbers zum Beispiel. Und vor allem die Frage: Können wir Potenzial erkennen? 

In der Stellenbeschreibung für Auszubildende steht, dass IKEA die Schulnoten egal sind. Stimmt das wirklich?

Berna: Das stimmt tatsächlich! Einige unserer Kollegen haben studiert, andere haben einen Realschulabschluss und dann eine Ausbildung gemacht. Darauf kommt es nicht an. Wir suchen Menschen, die mit uns wachsen möchten und unsere Werte teilen. Bei IKEA wird zum Beispiel Team-Arbeit sehr groß geschrieben – das muss man mögen, sonst wird man hier nicht erfolgreich sein.

Gibt es andere Erfahrungen, die von Vorteil sind, wenn man sich bewerben möchte?

Berna: Erfahrung im Einzelhandel ist auf jeden Fall von Vorteil. Denn unser großes Ziel ist es, IKEA zu einem immer besseren Einrichtungshaus zu machen.

Was ist die größte Herausforderung an einem Job in der Com&In-Abteilung?

Berna: Wir sind ein sehr dynamisches Unternehmen und probieren viel Neues aus, um unsere Kunden immer wieder zu überraschen. Deshalb kann es auch mal hektisch werden. In den Einrichtungshäusern herrscht natürlich immer viel Betrieb. Wenn man also die Arbeit in einem Museum gewöhnt ist, ist das am Anfang schon eine Umstellung.

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Wie herausfordernd sind die Aufgaben der Com&In-Abteilung physisch?

Berna: Das hängt natürlich sehr davon ab, in welchem Bereich man arbeitet. Unser Beruf ist auf jeden Fall auch physisch anstrengend: Man klettert auf Leitern, schleppt Dinge durch die Gegend, schraubt Möbel zusammen. Wir haben zwar Schreiner für die größeren Aufbauten, aber wir alle arbeiten auch sehr viel mit unseren Händen. Das ist aber genau das, was den Beruf so besonders macht – die Mischung aus der kreativen Arbeit und der Umsetzung. 

Wieviel Kreativität ist in eurem Job gefragt?

Berna: Kreativität ist etwas, das IKEA ausmacht. Wir wollen das Leben für die Menschen im Alltag besser machen und sie inspirieren. Und genau diese Inspiration erschaffen wir im Com&In-Team. Kreativität macht vielleicht 20 Prozent unserer täglichen Arbeit aus – aber es sind die wichtigsten. Und dafür braucht es Menschen, die immer wieder Neues ausprobieren möchten. Dafür suchen wir mutige Menschen, die keine Angst haben, zu experimentieren und Fehler zu machen!

Du hattest anfangs gesagt, dass IKEA ein Unternehmen ist, das Fehler vergibt, richtig?

Berna: Genau! Unser Gründer, Ingvar Kamprad hat schon 1976 gesagt, dass nur derjenige, der schläft, keine Fehler macht. Ich finde das klasse! Auch wenn es natürlich nicht immer einfach ist, sich Fehler einzugestehen, aber nur von Fehlern können wir lernen.

Das klingt nach einer spannenden Aufgabe, für die du aber auch viel Inspiration brauchst. Was inspiriert dich?

Berna: Ich bin ein sehr extrovertierter Mensch. Ich ziehe meine Inspiration daraus, mit Menschen zusammenzuarbeiten und Ideen auszutauschen. Das ist der Grund, warum ich so gerne für IKEA arbeite – hier geht es immer um Menschen! Vor allem aber inspiriert mich das Leben selbst. Ich habe drei kleine Kinder und einen Mann und in jedem Lebensabschnitt lerne ich etwas Neues dazu und mache neue Erfahrungen, die ich alle in meine Arbeit einfließen lassen kann.