Coming Out Day – Zeit, noch offener zu werden

Das Leben ist bunt – und deswegen so schön. Unsere Vielfalt macht uns nicht nur einzigartig, sie ist gleichzeitig das, was uns alle eint. Egal, wie wir aussehen, uns kleiden oder geben. Ob Mann, Frau oder Menschen, die sich als nichtbinär definieren, d.h. sich keinem Geschlecht zuordnen. Wir bei IKEA wollen unsere Mitarbeitenden dazu ermutigen, sie selbst zu sein. Insbesondere denken wir am heutigen Coming Out Day an unsere LGBT+-Mitarbeitenden und Kunden, für deren Anerkennung und Gleichberechtigung wir uns seit langem aktiv engagieren. Doch wir sehen, dass hier noch Nachholbedarf besteht. Daher möchten wir am heutigen Tag dazu ermutigen, noch mehr über das Thema zu sprechen, neue Blickwinkel kennenzulernen und gemeinsam zusammenzuwachsen.

Ikea Cb Coming Out Day 3 Anja Krause leitet das IKEA Einrichtungshaus in Koblenz.

Outing als Karriererisiko?

Was macht ein Coming-out am Arbeitsplatz aus? Anja Krause arbeitet seit zwölf Jahren bei IKEA, hat ihre langjährige Freundin 2016 geheiratet und ein Jahr später ein Pflegekind aufgenommen. „Ich habe in meinen Vorstellungsgesprächen immer offen angesprochen, dass ich mit einer Frau zusammen lebe“, sagt sie. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich das nicht darf, ganz im Gegenteil.“ Es sei völlig normal, im Arbeitsalltag darüber zu reden, unter allen Mitarbeitenden. „Das macht auch anderen Mut, bei IKEA den eigenen Weg gehen zu können, egal wen ich liebe.“ Auch im Austausch mit internationalen Kollegen spürt die 36-Jährige großen Respekt und Anerkennung für verschiedenste Lebensmodelle, über Ländergrenzen und Religionen hinaus.

Laut einer Studie der Boston Consulting Group outet sich nur jedes dritte LGBT+-Talent im Job. Damit schneidet Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich ab. 22 % der Befragten aus Deutschland geben sogar an, dass sie ein Coming-out immer noch als Karriererisiko betrachten. Das sollte sich ändern – Chancengleichheit und Gleichberechtigung sind tief in unserer Unternehmenskultur verankert. „Wir setzen uns aktiv für die Rechte unserer LGBT+-Mitarbeitenden ein und verfolgen unseren Anspruch, ihnen ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie sich in ihrer Einzigartigkeit entfalten und einbringen können“, sagt Franka Keßler, bei IKEA für die Themen Equality, Diversity und Inclusion verantwortlich.

Ikea Cb Coming Out Day 4 Franka Keßler ist bei IKEA für die Themen Equality, Diversity und Inclusion verantwortlich.

Am häufigsten outen sich LGBT+-Talente übrigens in Großbritannien, Brasilien, den USA und Kanada. In deutschen Unternehmen ist das Thema sexuelle Orientierung leider oft noch tabuisiert. Dort, wo Diversity bereits im Wertesystem verankert ist, gilt es, dieses Umfeld für LGBT+-Talente noch stärker zu festigen und noch mehr Unterstützung zu schaffen. Organisationen wie die Vereinten Nationen rufen Unternehmen jeglicher Art und Größe dazu auf, sich für eine stärkere Gleichberechtigung der Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender-Menschen einzusetzen und gleichzeitig deren Diskriminierung entgegenzuwirken. Bei der Entwicklung dieser United Nations Standards of Conduct for Business war IKEA ein wichtiger Treiber und hat aktiv an der Gestaltung dieser internationalen Richtlinien mitgewirkt.

Vielfalt und Toleranz schweißen zusammen

IKEA ist darüber hinaus Mitglied der Organisationen Workplace Pride Foundation und Stonewall, die sich ebenfalls für die Inklusion von LGBT+-Mitarbeitenden am Arbeitsplatz einsetzen. „Dabei verfolgen wir bei IKEA auch unseren eigenen LGBT+-Inklusionsplan, der mehr Wissen, Bewusstsein für unbewusste Vorbehalte und Vorbilder in die Organisation und unsere Teamarbeit bringt und alle Beteiligten zusammenschweißt“, so Franka Keßler. „Davon profitieren am Ende alle: Je wohler sich unsere Mitarbeitenden fühlen, desto mehr strahlt dieser Effekt auch auf unsere Kunden, Zulieferer und letztendlich unsere gesamte Gesellschaft aus.“ Daher ist es uns auch so wichtig, dass alle zu einer offenen und toleranten Welt beitragen. „Wir alle haben Bilder und Stereotypen im Kopf – das ist ganz normal. Der heutige Tag ist ein guter Anlass, die eigenen Verhaltensmuster zu hinterfragen und auf das Thema aufmerksam zu machen.“ Ein paar Gedankenanregungen dazu hält dieses Paper bereit: Vielfalt erkennen.