Angekommen: IKEA Altona ist Treffpunkt im Bezirk

© Leo Bloom

Alles fing an einem grauen Spätherbsttag im Jahr 2008 an. Auf der Suche nach einem dritten Standort in Hamburg schaute sich eine Gruppe von IKEA Managern das ehemalige Karstadt-Gebäude in Altona an. Den „Frappant“, unsaniert und unbeheizt, nutzten damals einige Künstler zum Arbeiten; die Große Bergstraße, Deutschlands älteste große Fußgängerzone, lag abends wie ausgestorben da. Es benötigte eine große Portion Fantasie und Innovationswillen, sich hier den weltweit ersten IKEA City-Store vorzustellen. Eines der spannendsten Projekte, die der Möbelkonzern aus der Taufe gehoben hat, nahm seinen Anfang. Vor fünf Jahren eröffnete IKEA Altona seine Türen – und ist heute beliebter Treffpunkt im Bezirk. Wir sprachen darüber mit Britta Mohr-Rothe, Store Managerin in Hamburg-Altona.

Ikea Cb 5 Jahre Altona 2 Britta Mohr-Rothe ist Store Managerin in Hamburg-Altona.

Britta, du warst von Anfang an bei einem der spannendsten Entwicklungsprojekte involviert, die es bei IKEA je gab: der erste City-Store in Hamburg-Altona. Wenn du an die erste Zeit zurückdenkst, was hat dich am meisten geprägt?

Das Leben passiert immer dann, wenn du dabei bist, Pläne zu machen. Diese bekannte Weisheit begleitete uns in Altona von Anfang an. Hier konnten wir in den ersten beiden Jahren kein ,Business as usual‘ machen – und das hat sich im Grunde bis heute nicht verändert. Jeder Tag ist ein neuer Tag – in Altona machen wir täglich neue Erfahrungen und lernen dazu.

Seit drei Jahren bist du Store Managerin und sehr engagiert in der Nachbarschaft und im Bezirk. Was ist dein Konzept, uns als guten Nachbarn und Partner zu etablieren?

Ein Rezept im klassischen Sinne gibt es nicht. Es ist sehr wichtig, gut vernetzt und in so manchen Gremien präsent zu sein. Es geht darum, authentisch zu bleiben, unsere Werte zu leben. IKEA ist ein humanistisches, werteorientiertes Unternehmen. Wir stehen für die Gleichbehandlung aller – unabhängig von ihrem Hintergrund. Außerdem arbeiten wir aktiv darauf hin, eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle miteinbezogen fühlen und in der alle die gleichen Möglichkeiten haben. Unser Ziel ist es, zu einer positiven Veränderung in der Gesellschaft beizutragen.

Ikea Cb 5 Jahre Altona 1 Der weltweit erste IKEA City-Store eröffnete 2014.

Ich bin stellvertretende Vorsitzende der IG Große Bergstraße – in dieser Funktion setze ich mich gerade für das „Zusammenwachsen von Ottensen und Altstadt“ ein. Wir sind dabei, ein City-Management für Altona/Ottensen aufzubauen. Im vergangenem Sommer bin ich zur Vorsitzenden des Handelsausschuss der IHK Hamburg gewählt worden. Ich lerne, dass es im Grunde immer darum geht, das Ohr an den Menschen zu haben und sich für Handel und Dienstleistung im Quartier einzusetzen und zu kämpfen.

IKEA Altona hat sich zum Treffpunkt für alle im Bezirk etabliert. Wie ist uns das gelungen?


Es gab eine fantastische Eröffnungskampagne, die im Grunde schon den Grundstein gelegt hat. Wir haben alles dafür getan, als guter Nachbar wahrgenommen zu werden. Dies haben wir fest in unseren Business-Plan mit konkreten Maßnahmen verankert. Wir haben Co-Creation-Tage mit unseren Mitarbeitern, die stets tolle Ideen entwickeln. Meine Teamleiterin im Marketing steckt sehr viel Energie und Herzblut in unser „lokales Credo“. Natürlich kosten diese Extra-Aktivitäten, wie z.B. After-Work-Events, auch Budget. Doch das ist es uns wert, dafür verzichten wir bewusst auf andere Dinge.

5 Jahre IKEA Altona – eine kurze Chronologie

• Dezember 2008: Die IKEA Pläne, das ehemalige Karstadt-Gebäude mitsamt Grundstück in Altona zu kaufen, werden öffentlich. Bezirksamt und alle Fraktionen reagieren von Anfang an positiv.

• Juli 2009: Der Kaufvertrag wird unterzeichnet. Noch im selben Monat wird ein Sonderausschuss innerhalb der Bezirksversammlung eingerichtet, um Entscheidungen zu beschleunigen.

• Sommer 2009: Die Initiative „Kein IKEA in Altona“ meldet ein Bürgerbegehren offiziell beim Bezirksamt an. Anwohner und Künstler fürchten vor allem Lärm und Verkehr. Die IKEA Befürworter, allen voran die Interessensgemeinschaft Einkaufscity Altona e.V. (ECA) mit Klaus-Peter Sydow („Für mich und meine Kollegen ist IKEA die letzte Chance“) kündigen ein Bürgerbegehren pro IKEA an.

• September 2009: CDU und Grüne bringen einen dringlichen Antrag für die Bezirksversammlung ein, um Frappant-Künstlern im ehemaligen Finanzamt Altona eine längerfristige Bleibe anbieten zu können. Gleichzeitig erwirkt die Initiative „Kein Ikea in Altona“ einen sofortigen dreimonatigen Planungsstopp.

• Januar 2010: Bürgerentscheid in Altona – 77,2 Prozent stimmen für IKEA in Altona

• März 2010: Umzug der Frappant-Künstler in die Viktoria-Kaserne

• November 2010: Beginn der zwölfmonatigen Abrissarbeiten

• November 2012: Baustart

• Dezember 2013: Grundsteinlegung

• Oktober 2013: Richtfest

• 30. Juni 2014: Eröffnung