Auf einen Kaffee in Älmhult

Ein neues Leben für alten Kaffeesatz: Mit der Umwandlung zur Tasse wird der Kaffeekreislauf geschlossen und die Natur geschützt.

Ende März trafen sich 18 Startups aus Europa und Nordamerika zum zweiten IKEA Bootcamp in Älmhult. Die Mission: In einer sich verändernden Welt mit anderen gemeinsam kreative und nachhaltige Lösungen für die vielen Menschen zu finden. Eines der jungen Unternehmen ist Kaffeeform aus Berlin. Hier teilt Anika Paulus von Kaffeeform ihre ersten Eindrücke von der Zusammenarbeit mit IKEA:

Ikea Kaffeeform 03 Kaffeform zu Gast beim IKEA Bootcamp.

„Nicht nur für uns ist Kaffee Lebenselixier und Grundlage unseres Unternehmens, auch in Schweden ist Kaffee nahezu Nationalgetränk. Umso erfreulicher und passender war also die Einladung zum IKEA Bootcamp. Mit unseren Kaffeetassen aus Kaffeesatz im Gepäck reisten wir im April das erste Mal ins beschauliche Älmhult, Geburtsstätte und Hauptsitz von IKEA. Das kleine Städtchen im schwedischen Sommerlicht ließ kurz Urlaubsstimmung aufkommen, aber wir waren ja schließlich zum Arbeiten hier.

Transforming Waste Into Value


Kaffee ist nicht nur in Schweden beliebt, der globale Kaffeekonsum steigt stetig an. Und mit ihm auch der Kaffeesatz, der bislang größtenteils entsorgt wird. Hier setzt Kaffeeform an, wir nehmen den angeblichen Abfall und nutzen ihn als wertvolle Ressource weiter: Aus Kaffeesatz und anderen pflanzlichen, recycelten oder nachwachsenden Rohstoffen haben wir ein langanhaltendes, innovatives Material entwickelt, das als Kaffeetasse formvollendet ein neues Leben erhält. Der Kaffeekreislauf schließt sich.

Ikea Kaffeeform 07 18 Start-ups aus Europa und Nordamerika nahmen am zweiten IKEA Bootcamp in Älmhult teil.

Unseren Ansatz findet auch IKEA klasse, schließlich entstehen in den IKEA Restaurants und Cafés weltweit Unmengen an Kaffeesatz. Wir wurden also zum IKEA Bootcamp 2019 eingeladen, um gemeinsam zu analysieren ob und wie aus dem Kaffeesatz der Einrichtungshäuser ein neues IKEA Produkt entstehen kann. Challenge accepted!

Design for the many

Für ein kleines Berliner Startup wie Kaffeeform ist der Gedanke einer möglichen Zusammenarbeit mit IKEA beeindruckend und herausfordernd zugleich. Als global agierendes Unternehmen verfügt IKEA über die Macht, ganze Branchen zu verändern, man denkt plötzlich in ganz neuen Größen. Durch die globale Abdeckung und die großen Stückzahlen hat IKEA die Möglichkeit, ein Produkt marktfähig und bezahlbar zu machen, so dass mehr Menschen davon profitieren können. Diesen demokratischen Ansatz finden wir wiederum super, und auch die Tatsache, dass man in so riesen Mengen mehr Wirkung und Einfluss erzielen kann.

Ikea Kaffeeform 04 Ein Schaubild aus den Mentorgesprächen mit IKEA.

Partnerschaftlich

In der gemeinsamen Zusammenarbeit hat uns besonders gefallen, wie offen IKEA mit Informationen umgegangen ist. In den Gesprächen und Workshops mit unserer Mentoring-Partnerin entstand aus vielen ersten Einfällen und Gedanken schließlich langsam eine konkrete Idee, an der wir nun gemeinsam weiterarbeiten. Für uns sind auch die Prozesse spannend, wie ein Unternehmen wie IKEA agiert, und wie der Weg von einer ersten Idee zu einem fertigen Produkt ist.

Im Bootcamp selbst herrschte eine sehr entspannte Stimmung zwischen uns, IKEA und den anderen teilnehmenden Startups. So konnten wir in Älmhult gute, interessante Kontakte knüpfen und uns über Herausforderungen und Erfahrungen direkt austauschen. Die Inspiration gab es quasi gratis dazu.

Tack så mycket och vi ses, IKEA!"

Vielen Dank für deinen Bericht, liebe Anika! Wir sind gespannt, wie es weiter geht und wann wir den ersten Kaffeebecher aus Kaffeesatz bei IKEA kaufen können!