Das Kinderzimmer – Mini-Schule und Kuscheltierzoo

In unserem E-Book zum 75. Geburtstag von IKEA zeigen unsere Einrichtungsexperten, wie wir unser Zuhause im Handumdrehen verschönern und besser organisieren. Nachdem uns das letzte Mal Anna nützliche Tipps zum Badezimmer verraten hat, widmen wir uns diesmal zusammen mit Sandra dem Kinderzimmer.

Kindergeschmack trifft auf Erwachsenengeschmack – kann das gut gehen? Laut Einrichtungsexpertin Sandra Schwertfeger geht das durchaus! Dennoch ist das Kinderzimmer eine kleine Herausforderung, da Kinder hier einerseits für die Schule lernen und andererseits spielen und gerne für ordentliches Chaos sorgen ­– besonders wenn Freunde zu Besuch sind. Gut, dass Sandra viele praktische Tipps auf Lager hat, wie man Spielsachen und Co. schnell verstaut, wenn es dann an die Hausaufgaben oder ins Bett geht.

Ikea Cb E Book Kinderzimmer Thumb Alles perfekt verstaut und doch immer griffbereit

Liebe Sandra, wie erleichtern wir es unserem Kind, mehr Ordnung zu halten? Sollte man hier besser geschlossene oder offene Ordnungssysteme wählen?

Viele Kinderzimmer sind Spielflächen und keine Schlafzimmer. Spielen ist natürlich total wichtig für Kinder, um Dinge zu lernen, doch das muss im Schlaf auch verarbeitet werden. Hier gilt es, ausreichend Aufbewahrungsmöglichkeiten zu schaffen, um Spielsachen „unsichtbar“ zu machen. So kann man mit dem Kind zusammen ein Aufräumsystem entwickeln, das im besten Fall auch für die Zukunft funktioniert. Zum Beispiel mit Farben arbeiten: Alle Legosteine kommen in die rote Box, alle Stofftiere in die blaue Box, etc. Wichtig ist, dass die Aufbewahrungslösungen für das Kind altersgerecht erreichbar sind und noch wichtiger ist, dass sie an der Wand montiert sind. Generell sollte die Menge an Aufbewahrungsmöglichkeiten alle Spielsachen fassen können, so dass abends, wenn es zum Schlafzimmer wird, nichts mehr herumliegt.

Ikea Kinderzimmer 01

Wie kann ich mein Kind bei der Einrichtung miteinbeziehen und herausfinden, womit es sich für einen längeren Zeitraum wohlfühlen wird?

Kinder sagen meist irgendwann ganz direkt, was ihnen gefällt und was nicht. Bilder, die sie selbst malen sind wichtig, genauso wie andere Dinge, die sie mögen. Auch Magnetwände sind eine tolle Lösung: sie sind schnell angebracht und individuell veränderbar.

Wie wird aus einem Kinder- einfach und doch eindeutig ein Jugendzimmer?

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn wenn es ins Teenie-Alter geht, wird aus dem Kinderzimmer ein Wohnzimmer – sprich, ein sozialer Treffpunkt. In diesem Fall braucht man genügend Sitzflächen, Stauraum und smarte Lösungen für das Laden von Geräten. Man kann sich bereits beim Möbelkauf fragen: Kann ich das Teil später anders nutzen? Wird aus dem Gitterbett eine Couch? Wähle ich als Tapete lieber keinen Nemo-Aufdruck, sondern eine neutrale Farbe? Auch Textilien eignen sich gut, da sie für verschiedene Lebensphasen stehen und leicht ausgetauscht werden können.

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Welche Farben wirken wie auf dem Boden, an den Wänden, an der Decke? Was ist hier Trend?

Generell sind Farben wichtig, um Kreativität zu entfalten – trotzdem sollte es auch nicht zu viel Farbe sein. Es empfehlen sich Biofarben und auch bei Textilien sollte man eher auf Naturmaterialien setzen. Unisex-Räume sind sinnvoll, gleichzeitig sollte das Kind sich ausdrücken können. Themen wie Fußball und Prinzessinnen sind nach wie vor angesagt und sollten auch gelebt werden.

Was könnte der Grund dafür sein, dass mein Kind sich im gesamten Wohnraum mit den Dingen aus dem Kinderzimmer ausbreitet – und was kann ich dagegen unternehmen?

Kinder wollen selten allein sein und suchen den Bezug zu den Erwachsenen. Man kann Kindern ganz einfach kleine Ecken außerhalb des Kinderzimmers einrichten: praktisch sind dafür Container oder Boxen mit Rollen. Sinnvoll kann auch eine Mobilgerätestation im Blickfeld der Eltern sein, um die Kinder nicht unkontrolliert im Netz surfen zu lassen. So können Kinder auch außerhalb des Kinderzimmers spielen und es bleibt dennoch aufgeräumt.

Ikea Cb Kinderzimmer Beleuchtung Farbakzente 02 Abends wird’s gemütlich, um all die aufregenden Erlebnisse zu verarbeiten.

Was sollte in keinem Kinderzimmer fehlen?

Eine Kommode ist DAS Möbelstück für ein Kinderzimmer: Von den ersten Windeln und Stramplern wächst sie mit bis sie die Unterwäsche und Socken beherbergt. Gleichzeitig dient die Kommode als Ablagefläche. Geschlossene Möbelstücke und bewegliche Aufbewahrungslösungen sind immer praktisch. An offenen Lösungen würde ich ein kleines Regal empfehlen, am besten direkt neben dem Bett, in denen die Lieblingsbücher griffbereit aufbewahrt sind.

Was sind die häufigsten Verletzungen, die sich durch Einrichtungskniffe vermeiden lassen?

Alle hohen Möbelstücke, die den Reiz des Kletterns auslösen könnten, müssen an der Wand fixiert sein. Auch ein Steckdosenschutz ist wichtig und bei Beleuchtung sollte das Leuchtmittel nicht freiliegen, damit es nicht einfach rausgedreht werden kann. Rollos und Vorhänge sollten auch eher kürzer sein, so dass keine Gefahr besteht.

Worauf muss man achten, wenn man die Beleuchtung für diesen Raum auswählen möchte?

Ideal ist eine Deckenbeleuchtung und am Bett eine Wandbeleuchtung: Das Licht sollte zum einen so hell sein, dass man gut lesen kann, aber auch nicht zu hell, damit das Kind, wenn es nachts mal auf Toilette muss, nicht komplett wach ist. Bei einem Schulkind sollte außerdem der Schreibtisch gut ausgeleuchtet sein.

Mit diesen wertvollen Tipps können wir für unsere Kinder einen Raum schaffen, in dem sie sich von der Krabbelstube bis ins Teenie-Alter wohl fühlen.

Liebe Sandra, vielen Dank für das Gespräch!