Gastbeitrag und Gewinnspiel: Diese Teppiche gehören an die Wand!

Hannah Ryggen, 6. October 1942 (6. Oktober 1942), 1943, Bildteppich aus Wolle und Leinen, 175 x 419,5 cm, Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum (Nationales Museum für Kunsthandwerk und Design), Trondheim © H. Ryggen, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Thor Nielsen

Als schwedisches Unternehmen fühlen wir uns unseren Wurzeln, der schwedischen Kultur und Tradition verpflichtet. Deshalb freuen wir uns, an dieser Stelle immer wieder Menschen, Werke und Bräuche vorstellen zu können, die uns Skandinavien näher bringen. Heute lernt ihr die norwegisch-schwedische Künstlerin Hannah Ryggen kennen, deren gewebte Teppiche politische Statements sind.

Jetzt wo es draußen wieder kälter wird, sorgen zu Hause kuschelige Teppiche für Gemütlichkeit. Aber: Nicht alle Teppiche sind bequem und für den privaten Fußboden gemacht. Wie die monumentalen Tapisserien der skandinavischen Künstlerin Hannah Ryggen. Für die öffentliche Wand bestimmt, erzählen sie Geschichten, verkünden politische Botschaften und sind zugleich einzigartige Kunstwerke. Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT stellt die Bildteppiche der kompromisslosen Künstlerin vom 26. September 2019 bis zum 12. Januar 2020 erstmals in Deutschland in einer großen Einzelausstellung vor.

Ikea Ryggen 01 Hannah Ryggen, Blod i gresset (Blut im Gras), 1966, Bildteppich aus Wolle und Leinen mit Flor, 240 x 290 cm, KODE - Kunstmuseen und Komponistenhäuser, Norwegen © H. Ryggen, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Dag Fosse / KODE

Skandinavische Kommentare zum Weltgeschehen

Hannah Ryggen lebte mit ihrer Familie als Selbstversorgerin auf einem kleinen Bauernhof an der Westküste Norwegens. Hier webte die Künstlerin mit wachem Blick für die Zeitgeschehnisse eindrucksvolle, politisch inspirierte Bildteppiche. Mit ihrer monumentalen Größe von bis zu zwölf Quadratmetern wirken sie wie gewebte Manifeste. Hannah Ryggen griff in ihren Arbeiten die grundlegenden Themen des Menschseins und des Lebens in der Gesellschaft auf: Die Gräueltaten des Krieges, Machtmissbrauch, die Abhängigkeit von der Natur und die Verbindung zu Familie und Mitmenschen. Sie positionierte sich auch zur Stellung der Frau in der Gesellschaft. Zur Zeit des Faschismus in Europa setzte sie sich mit ihrer Kunst mutig für die Opfer des Nationalsozialismus ein und veröffentlichte bildliche Angriffe auf Hitler, Franco und Mussolini. Später äußerte sie sich kritisch zum NATO-Beitritt Norwegens und der atomaren Aufrüstung der Weltmächte im Zeichen des Kalten Krieges. Noch mit 72 Jahren webte sie einen großen Teppich aus Protest gegen die Kriegsführung in Vietnam. Mit unerschrockener Courage, überzeugtem Humanismus und manchmal bissiger Satire verarbeitete sie Zeitgeschichte und verband sie mit ihren universellen Überzeugungen von der Gleichheit der Menschen sowie von der Kunst und der Liebe als politischen Kräften.

Ikea Ryggen 03 Hannah Ryggen am Webstuhl, um 1964, Adresseavisen, Trondheim.

Eine Malerin am Webstuhl

Ursprünglich als Malerin ausgebildet, entdeckte Hannah Ryggen den Teppich als das geeignete Medium für ihre Bilder und Botschaften. Die Webtechnik, aber auch das Spinnen und Färben der Wolle, hatte sie sich selbst beigebracht. Mit dem Bildteppich griff sie eine alte skandinavische Tradition auf, gab ihr aber eine ganz neue Rolle. Ihre Kommentare zu aktuellen politischen Ereignissen, die sie in ihre großen Teppiche webte, konnten von Ort zu Ort getragen und in Ausstellungen gezeigt werden. Sie waren öffentliche Statements. Doch nicht allein das macht Ryggens Werke so besonders. Die Künstlerin entwickelte eine ganz eigene Bildsprache. In ihren Teppichen verband sie Fiktion, Wirklichkeit sowie Mythen und kombinierte abstrakte Muster mit figurativen Darstellungen. Aus Zeitungen, Büchern und der Kunst sammelte sie Motive und Themen, die sie in ihren Teppichen collageartig verarbeitete. Wie auf einer Bühne entfalten sich ihre Bildgeschichten.

Am Puls der Zeit

Hannah Ryggen ist eine der wichtigsten skandinavischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und eine außergewöhnliche Vertreterin der Moderne, die mit ihren politischen Arbeiten in besonderer Weise den Nerv unserer Zeit trifft. In einer Gegenwart, die von zunehmender sozialer Ungleichheit, Nationalismus und Populismus in der Politik geprägt ist, in der ein nachhaltiger Umgang mit der Natur eine immer wichtigere Rolle spielt, zeigt sich die verblüffende Aktualität ihres Werks. Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT stellt Ryggens Kunst in der Ausstellung „Hannah Ryggen. Gewebte Manifeste“ nun dem Publikum vor.

Ikea Ryggen 02 Hannah Ryggen, ohne Titel (Selbstbildnis), 1970, Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum (Nationales Museum für Kunsthandwerk und Design), Trondheim © H. Ryggen, VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Thor Nielsen

Gewinne Freitickets für die Ausstellung!

Wir verlosen 5 x 2 Freitickets für einen Besuch der Ausstellung „Hannah Ryggen. Gewebte Manifeste“ in der SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT. Hinterlasst uns einen Kommentar und sagt uns, welche ausgewöhnlichen Bilder, Poster, Fotos oder Teppiche an euren Wänden hängen oder postet ein Bild auf Instagram mit dem Hashtag #IKEAMEETSSCHIRN. Das Gewinnspiel endet am 7. Oktober 2019 um 23.59 Uhr. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen Blog-Gewinnspiel


Mitmachen kann jeder. Teilnahmeberechtigt sind volljährige, natürliche Personen, die zum Zeitpunkt ihrer Teilnahme ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. Personen unter 18 Jahren dürfen nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten teilnehmen. Nur Einträge, die vor dem Teilnahmeschluss abgegeben werden, werden berücksichtigt. IKEA übernimmt keine Verantwortung für fehlende, verspätete oder an falscher Stelle abgegebene Einträge. Ein Eintrag wird nur dann berücksichtigt, wenn bei der Registrierung eine gültige E-Mail-Adresse angegeben wurde. Eine Mehrfachteilnahme ist ausgeschlossen. Der Gewinner wird per Zufallsauswahl bestimmt und unter der angegebenen E-Mail-Adresse informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Preise können nicht bar ausgezahlt werden. Kommentare ganz ohne Namen werden nicht mitgezählt. Das Gewinnspiel gilt nur für User aus Deutschland.