Da haben wir den Salat!

IKEA produziert Salat mit Dünger aus Essensresten – wie geht denn sowas? Als ich das erste Mal davon hörte, war ich direkt neugierig. Deshalb habe ich mir ein Projekt von IKEA of Sweden genauer angeschaut und gelernt, dass diese Idee gut funktioniert und auch noch nachhaltig ist. Zusammen mit der Firma Bonbio startete IKEA vor einiger Zeit ein einjähriges Testprojekt, bei dem man Salat in Containern vor den Einrichtungshäusern Malmö und Helsingborg anpflanzte.

Mit nachhaltigem Effekt


Ziel des Salat-Projekts ist es, herauszufinden, wie IKEA mit Hilfe von Kreislaufwirtschaft in Zukunft nachhaltig produziertes Essen servieren kann – und die Partnerfirma Bonbio bringt hierfür die nötige Expertise mit. Auf lange Sicht möchte der gesamte Ingka Konzern komplett selbstversorgend bei Salat und anderen Blattgewächsen werden: „Bis 2030 will IKEA klimapositiv sein. Da Lebensmittel für ein Viertel der globalen Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind, sind Lösungen im Bereich nachhaltiger Ernährung von hoher Relevanz. Dieses Projekt ist ein Teil unseres Bestrebens hin zu mehr Nachhaltigkeit“, so Carina Eglund, verantwortlich für nachhaltige Innovation beim Ingka Konzern.

Ikea Bon Bio Copyright Bonbio

Das Projekt gedeiht

In den Einrichtungshäusern Malmö und Helsingborg ist bereits ein guter Anfang gemacht: Hinter der Fassade traditioneller Frachtcontainer hat man 3.600 Salate auf 30 Quadratmetern gepflanzt. Die „Salat-Container“ bestehen aus vier Etagen, auf denen Salate in unterschiedlichen Größen wachsen. Die Samen werden gestaffelt gesät, sodass es jederzeit frischen Salat zu ernten gibt. Dabei kommen keinerlei Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. „Unsere Pflanzenwissenschaftler stellen alle relevanten Parameter wie Temperatur, Licht, Dünger und Wasser ein, damit der Salat optimal gedeihen kann. Die ersten Wochen sind erfolgreich verlaufen“, sagt Fredrik Olrog, Geschäftsführer von Bonbio. Die Wurzeln des Salats hängen in einem Wasserbecken mit flüssigem Dünger anstatt Erde. Das Besondere daran: Der Dünger wird aus Essensresten hergestellt, unter anderem aus den IKEA Restaurants, und dann in einer Biogasanlage in Helsingborg produziert – komplett nachhaltig also. Dank dieser Anbaumethode sind im Vergleich zu konventionellem Anbau 90 Prozent weniger Wasser und nur die Hälfte der Fläche nötig. Zudem entfallen durch den lokalen Anbau Transportwege und durch das System ist man unabhängig von Jahreszeiten und Wetter. Von der Aussaat bis zur Ernte des IKEA Salats dauert es insgesamt fünf Wochen.

Ikea Bonbio 02 Copyright Bonbio

Frisch und knackig

Im März 2019 feierte der IKEA Salat seine Premiere und wurde in den IKEA Einrichtungshäusern Malmö und Helsingborg serviert. Natürlich waren alle gespannt, wie der Salat bei den Mitarbeitern ankommt: „Ich finde es wirklich toll, endlich unseren eigenen Salat servieren zu können. Er ist frisch, knackig und schmeckt nach mehr als normaler Salat“, lautet das eindeutige Fazit von Ann Holster, Restaurant Managerin bei IKEA Schweden. Vorerst wird der Salat im Personalrestaurant serviert, bald soll er jedoch auch den Gaumen der Kunden erfreuen. Wir sind gespannt und hoffen, dass wir auch in den deutschen IKEA Einrichtungshäusern bald Salat von IKEA genießen können! Vorgestellt wurde die Kooperation mit Bonbio in Deutschland bereits Anfang April in Kaarst, wo die Veranstaltung „ONE HOME, ONE PLANET“ stattfand und Meinungsführer aus den verschiedensten Bereichen zwei Tage lang unter anderem über nachhaltige und gesunde Lebensführung, sowie Möglichkeiten und Chancen der Kreislaufwirtschaft diskutierten.