„Wer die Superkräfte des Schlafs kennt, wird ihn zelebrieren.“

Wie hast du heute Nacht geschlafen? Mit dieser Frage begrüßten wir Ende März rund 40 Experten, Redakteure, Blogger und Multiplikatoren beim 1. IKEA Expertenforum zum Thema Schlaf in Berlin. Ziel des Forums war es, nicht nur neue Erkenntnisse zu sammeln und dem Thema mehr Gewicht und Aufmerksamkeit zu verleihen, sondern auch Mythen und andere Vorurteile zu hinterfragen oder zu widerlegen. Ein zentraler Bestandteil des Expertenforums waren die Impulsreferate der drei Keynote-Speaker Dr. Guy Meadows (Schlafmediziner, Gründer der Londoner „The Sleep School“ und Autor), Kilian Kleinschmidt (Krisenmanager, Leiter von Flüchtlingslagern und Autor) sowie Katharina Kunzmann (Journalistin, Buchautorin und Schlafbloggerin), die wir euch nach und nach an dieser Stelle als Videomitschnitte widergeben möchten.

Ikea Cb Expertenforum Kk Thumb Katharina Kunzmann ist stolze Schlafmütze, Journalistin, Buchautorin und Schlafbloggerin. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie es sich anfühlt, übermüdet zu sein und sehr lange zu schlafen. Zum Thema Schlaf betreibt sie den Blog „Die will nur schlafen“, in dem sie von ihren Erfahrungen berichtet. Diese Reise in die Welt des Schlafens wird auch in ihrem Buch „Ab ins Bett“ fortgesetzt.

Den Anfang macht Katharina Kunzmann, für die Schlaf mehr als nur eine notwendige nächtliche Beschäftigung ist – für sie ist er eine Lebenseinstellung. Bis sie jedoch zu dieser Erkenntnis gelangte, war es ein weiter Weg. Aufgrund ihres großen Schlafbedürfnisses suchte sie irgendwann sogar einen Arzt auf, denn sie fürchtete, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmt. Der Arzt konnte Katharina jedoch beruhigen. Denn seine Diagnose lautete: sie ist schlicht und einfach eine Schlafmütze.

Wir haben noch einmal nachgehakt und wollten wissen, ob sich durch diese Diagnose ihre Einstellung zum Thema Schlaf verändert hat:

Wie nimmt der Schlaf Einfluss auf die Persönlichkeit?

Der Chronobiologe Till Roenneberg brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Schlafmangel macht dick, dumm und unfreundlich.“ Kein erstrebenswerter Zustand. Aber seine Aussage lässt sich auch positiv formulieren: Ausgeschlafene Menschen sind gesünder, schlauer und besser gelaunt.

Inwiefern gibt die Gesellschaft den Schlafrhythmus vor? Gibt es Beispiele, wie dein Umfeld Einfluss auf dein Schlafverhalten hatte?

Der durchschnittliche Arbeits- und Schulbeginn ist aktuell so gelegt, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen sechs Uhr morgens aufsteht. Für Frühaufsteher ideal, für Nachteulen eine Qual. Letzteres war es auch für mich, weshalb ich mich inzwischen für die Selbstständigkeit entschieden habe – und nun nur noch dann arbeite, wenn ich auch wirklich leistungsfähig bin.

Schon länger wird diskutiert, ob Nachtmenschen im von der Gesellschaft vorgegebenen Schlaf-Wach-Rhythmus systematisch benachteiligt werden. Statistisch gesehen sind sie zum Beispiel häufiger Raucher, trinken öfter Alkohol oder haben schlechtere Noten. Klar ist: Wenn man Menschen die falschen Zeiten aufzwingt, mindert man ihre Leistungen.

Wie könnte das Image des Schlafes verbessert werden?

Schlaf ist etwas Wunderbares. Wir sollten ihn erkunden und neu entdecken. Denn wer den Schlaf und seine Superkräfte kennt, der wird ihn lieben lernen und mit voller Hingabe zelebrieren. Um das Kennenlernen möglichst einfach zu machen und so sein Image zu verbessern, muss offen über den Schlaf gesprochen werden – im Unterricht, in den Medien, im Gespräch mit Familie und Freunden. Je mehr Menschen ihr individuelles Schlafbedürfnis kennen und ein gesundes Maß an Schlaf einfordern, desto mehr wird das Thema Gehör finden.