Licht aus und Augen zu?

Es gibt diese Nächte, in denen es mir schwerfällt, einfach abzuschalten – und das, obwohl ich einen anstrengenden Tag hinter mir habe. Gerade dann fühlt sich das Umherlaufen des Nachbars über mir an wie eine Elefantenherde auf Wanderschaft, das vorbeifahrende Auto wie eine Lastwagenkolonne und… was ist das eigentlich für ein Licht, das da auf einmal aus der Zimmerecke durch den ganzen Raum blinkt?! Zugegebenermaßen kann eine Kleinigkeit schnell zu einer großen Sache werden, wenn man nicht abschalten kann. Deshalb gibt es vor allem in Bezug auf Lärm und Beleuchtung im Schlafzimmer einige Dinge, die wir beachten können, damit wir entspannter einschlafen.

Ikea Licht Laerm 01 Sanftes Licht und ein gutes Buch eignen sich perfekt zum Einschlafen.

Auf Durchzug schalten

Laut Umweltbundesamt ist Lärm eine der größten Ursachen für gesundheitliche Probleme. Dabei sind es nicht zwingend laute Geräusche, die Stress in uns verursachen. Es sind eher ein konstanter Lärm, wie eine permanent befahrene Straße oder ein stetes Brummen. Unser Gehirn wird dadurch dauerhaft in einen Zustand von „Kampf und Flucht“ versetzt, der uns davon abhält zu entspannen. Natürlich sind einige Menschen geräuschempfindlicher als andere, jedoch wirkt sich dauerhafte Lärmbelastung generell negativ auf unseren Schlaf aus. Dabei schirmt unser Gehirn zwar Geräusche ab, doch nehmen wir je nach Schlafintensität trotzdem einige Dinge wahr, da unser Gehirn in regelmäßigen Abständen „Ausschau“ nach Gefahren hält.

Wohlverdiente Nachtruhe

Wie wir nun wissen, gilt: Je leiser das Schlafzimmer, desto besser. Zwar gelingt es nicht immer, alle Geräusche vollständig auszusperren, mit einigen Tricks können wir aber Abhilfe schaffen: So absorbieren zum Beispiel Einrichtungsgegenstände wie dicke Teppiche, schwere Vorhänge oder aufgehängte Tücher Geräusche. Hilft all dies nichts, kann es auch daran liegen, dass die Dämmung der Wohnung nicht ausreichend ist oder die Fenster erneuert werden müssen. Eine einfachere und schnellere Alternative sind Ohrstöpsel. Und wenn die Nachbarn wieder einmal laut sind, muss dies keine Absicht sein – vielleicht haben sie einfach einen anderen Tag-Nacht-Rhythmus. In diesem Fall hilft oft schon ein freundliches Gespräch.

Ikea Licht Laerm 02 Zu hell zum Schlafen? Jalousien oder dicke Vorhänge können hier Abhilfe schaffen.

Es werde Licht

Genauso wie Lärm, hat auch Licht einen erheblichen Einfluss auf unsere Nachtruhe. Unsere Augen besitzen einen sogenannten Melanopsin-Rezeptor, der ausschließlich dazu dient, Tag und Nacht zu unterscheiden und auf diese Weise unsere innere Uhr regelt. Dies geschieht durch das Erkennen von blauem Licht, das sich auch in Sonnenstrahlen findet. Dieses Licht nehmen wir auch durch geschlossene Augen wahr. Blaues Licht stoppt wiederum die Produktion von Melatonin und aktiviert das Wachhormon Cortisol. Sind wir also ständig von Licht umgeben, signalisiert uns unser Gehirn einen Wachzustand. Heutzutage sind wir durch elektronische Geräte wie LED-Bildschirme von Smartphones, Tablets oder Computern ständig von künstlichem blauem Licht umgeben. Deshalb gilt: Elektronische Geräte am besten aus dem Schlafzimmer verbannen. Wer dennoch nicht auf das Smartphone verzichten kann, sollte einen Blaulichtfilter aktivieren.

Willkommen in der Dunkelheit

Je dunkler unser Schlafzimmer ist, desto förderlicher ist dies für unseren Schlaf. Deshalb empfiehlt es sich, am Abend das Licht zu dimmen und durch Verdunklungsrollos oder Vorhänge Licht von draußen abzuschirmen. In der Nacht sollten möglichst alle Lichter, auch Standby-Lampen, ausgeschaltet sein. Wenn man nachts mal auf Toilette muss, empfehlen sich rote Bodensensor-Lichter, anstatt Flur- oder Badezimmerlampen einzuschalten. Am Morgen kann natürliches oder künstliches Licht jedoch beim Aufwachen helfen, da so das Wachhormon Cortisol aktiviert wird. Für Menschen, die morgens schlecht wach werden, können Sonnenaufgangslampen den Raum sanft mit Licht durchfluten, um einen natürlichen Aufwachprozess zu ermöglichen. Doch vorher heißt es Licht aus und Augen zu – schlaft gut!