„Wasser retten“ – macht mit!

Credits: NABU

Derzeit überprüft die EU-Kommission ihre „Wasserrahmenrichtlinie“. Ziel der Richtlinie ist eine nachhaltigere und umweltfreundliche Wassernutzung. Daher verpflichtet sie alle EU-Mitgliedsstaaten, bis 2015 und in Ausnahmenfällen bis 2027 alle Gewässer in einen „guten ökologischen“ und „guten chemischen“ Zustand zu bringen.

Der NABU und über hundert weitere Organisationen aus ganz Europa befürchten, dass die EU-Kommission nun den strengen Schutz der Gewässer aufweichen könnte, was fatale Auswirkungen auf Bäche, Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasservorräte hätte. Deshalb setzt sich der NABU mit der Aktion „Wasser retten“ dafür ein, dass die „Wasserrahmenrichtlinie“ erhalten bleibt und besser als bisher umgesetzt wird.

Wir bei IKEA Deutschland unterstützen das Engagement unseres Kooperationspartners NABU und stellen euch heute die Aktion näher vor. Dazu haben wir mit Julia Mußbach, Referentin für Gewässerpolitik, gesprochen. Sie erklärt, warum der NABU diese Aktion gestartet hat, was er erreichen möchte und was ihm dabei wichtig ist.

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Nathalie Schmoll (NaS): Was ist der Hintergrund, warum startet ihr mit „Wasser retten“?

Julia Mußbach (JM): Die EU-Kommission führt zurzeit eine Bürgerumfrage (Konsultation) zur Wasserrahmenrichtlinie durch. Diese Richtlinie steht für den Schutz und die nachhaltige Nutzung aller Flüsse, Seen, der Küstengewässer und der Grundwasservorkommen in der EU. Wir wollen mit unserer Aktion „Wasser retten“ möglichst viele Menschen motivieren, an der EU-Konsultation teilzunehmen und ihre Stimme für einen strengen Gewässerschutz abzugeben. Mit uns rufen noch gut 100 andere Umwelt-, Naturschutz- und Anglerverbände zum Mitmachen auf. Teilnehmen kann man mit wenigen Klicks über die Seiten der Umweltverbände, z.B. www.nabu.de/wasserretten, oder auf der offiziellen EU-Internetseite.

NaS: Bis wann geht die Aktion noch, wie lange können wir noch unsere Stimmen abgeben?

JM: Die Konsultation läuft offiziell noch bis zum 03. März 2019.

NaS: Was möchtet ihr mit dieser Aktion erreichen?

JM: Wir möchten vor allem erreichen, dass diese Richtlinie nicht abgeschwächt, sondern viel besser als bisher umgesetzt wird. Außerdem möchten wir der EU-Kommission ein klares Zeichen geben, dass Gewässer- und Trinkwasserschutz einen großen Stellenwert bei den EU-Bürgerinnen und Bürgern hat.

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NaS: Was ist euch wichtig dabei?

JM: Wir möchten darauf aufmerksam machen, wie wichtig das Thema Gewässerschutz ist. Sowohl im Großen als auch im Kleinen kann viel mehr dafür getan werden. Das fängt z.B. damit an, dass auf EU-Ebene gerade über die Agrarsubventionen für die nächsten Jahre verhandelt wird. In ihrer aktuellen Form sind diese enorm umweltschädlich. Hier könnte man auf oberster Ebene Rahmenbedingungen anpassen, die auch den Gewässern zu Gute kommen würden. So zieht sich das auf allen Ebenen durch: Sowohl die Bundesregierung als auch die Bundesländer, die Kommunen und auch jeder Einzelne kann etwas für den Gewässerschutz tun.

NaS: Wie stehen die Chancen, dass die Konsultation in eurem Sinne ausgeht?

JM: Gute Frage? Aus meiner Sicht 50:50.

NaS: Wir drücken die Daumen und vielen Dank für das Interview.