Ein Schritt nach dem anderen

Und wie läuft es bei IKEA mit der Gleichberechtigung? Wir haben nachgefragt bei Martin Dorschner, Anja Krause, Petra Becker und Franka Keßler (v.l.).

Gleichberechtigung ist ein Thema, das viele bewegt. In den Fokus rückt es auch am heutigen Weltfrauentag. Persönlich habe ich den Eindruck, dass die meisten Paare in meinem Bekanntenkreis recht gleichberechtigt zusammenleben. Bis das erste Kind kommt. Dann halten nicht wenige immer noch an der klassischen Rollenverteilung fest. Auch ich wurde schräg angeschaut, als ich schon kurze Zeit nach der Geburt meiner beiden Töchter wieder im Büro aufgetaucht bin, damals bei einer mittelständischen Versicherung. Viele andere Länder in Europa sind uns da weit voraus, allen voran die skandinavischen Länder. IKEA schreibt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie groß – für Väter und Mütter.

Ikea Cb Weltfrauentag 3 „Wir eröffnen neue Wege“: Franka Keßler, bei IKEA Deutschland für Diversity verantwortlich.

„Die Lebenssituationen von Frauen in Deutschland und bei IKEA sind vielfältig“, sagt Franka Keßler, bei IKEA Deutschland für das Thema Diversity verantwortlich. „Wir möchten, dass Frauen ihr volles Potenzial entfalten können. Deshalb fördern wir sie in ihrer individuellen Situation, beseitigen Barrieren und eröffnen neue Wege.“ Dass wir auf einem guten Weg sind, zeigen die Zahlen: Wir beschäftigen rund 50 Prozent Frauen in Führungspositionen. Über 60 Prozent der IKEA Mitarbeiter in Deutschland sind weiblich.

Ich habe einen Blick hinter die Kulissen geworfen und zwei Kolleginnen und einen Kollegen erzählen lassen, wie sie ihre individuelle Situation mit Hilfe von IKEA gemeistert haben.

Ikea Cb Weltfrauentag 4 Möchte anderen Alleinerziehenden Mut machen: Petra Becker arbeitet für IKEA in Koblenz.

„Ich denke auch an meine spätere Rente“

Zum Beispiel Petra Becker. Die gelernte Bürokauffrau arbeitet als Küchenplanerin bei IKEA Koblenz und erzieht gleichzeitig ihre beiden Kinder Angelina (12) und Lennart (14) alleine. Die 39-Jährige ist seit der ersten Stunde mit dabei in Koblenz, zunächst mit einem 20-Stunden-Vertrag an der Kasse. Als ihre Kinder größer wurden, konnte sie immer mehr aufstocken – eine Tatsache, für die sie sehr dankbar ist. Sie kann sich auch vorstellen, in absehbarer Zeit wieder Vollzeit zu arbeiten. Ein guter Zeitpunkt ist der nahende Ausbildungsbeginn von Sohn Lennart, der demnächst auch bei IKEA anfängt. Denn dauerhaft in der „Teilzeit-Falle“ stecken wolle sie nicht: „Ich denke hier auch an meine spätere Rente“, sagt sie.

Ikea Cb Weltfrauentag 6 Zurück aus der Elternzeit: Martin Dorschner, IKEA Koblenz.

Martin Dorschner (37) ist auch Küchenplaner in Koblenz, verheiratet und hat eine kleine Tochter, Julika ist mittlerweile zweieinhalb. Für ihn und seine Frau stand von Anfang an fest: Wir wollen uns die Elternzeit teilen. Jeder übernahm ein Jahr, um sich gleichberechtigt um Kindererziehung, Job und Haushalt zu kümmern. Die intensive Zeit zuhause mit seiner Tochter möchte er nicht missen. „Das war eine sehr bewusste Entscheidung, die ich jedem nur empfehlen kann.“

Ikea Cb Weltfrauentag 10 Traumjob und Familie: Anja Krause leitet das Einrichtungshaus in Koblenz.

„Meine privaten Werte passen ins Unternehmen“

Den Mitarbeitern eine gute Balance zwischen Job und Familie zu ermöglichen, ist Einrichtungshauschefin Anja Krause (35) sehr wichtig. Anja ist seit zwölf Jahren bei IKEA. Gebürtig aus Herne, hat sie Sozialwissenschaften in Duisburg und Essen studiert und noch während des Studiums als Aushilfe in der Büromöbel-Abteilung in Dortmund angefangen. Später wurde sie Store Manager Deputy in Bielefeld, bevor sie vor über einem Jahr das Einrichtungshaus in Koblenz übernahm. „Es war schon immer mein Traum“, sagt sie, „eines Tages Store Managerin zu sein.“ Auch ein privater Traum wurde Wirklichkeit. Gemeinsam mit ihrer Frau hat sie seit einem Jahr ein Pflegekind aufgenommen, den fünf Jahre alten Julian. „IKEA hat es mir immer ermöglicht, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Ich habe das gute Gefühl, das meine privaten Werte auch immer ins Unternehmen passen.“