„Immer tapfer bleiben“

Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung oder Naturkatastrophen: Weltweit sind mehr als 68 Millionen Menschen auf der Flucht (Quelle: UNHCR/ BMZ.de), so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Jeder zweite Geflüchtete ist unter 18 Jahren alt. IKEA als humanistisches, werteorientiertes Unternehmen möchte jenen helfen, die in unserer Gesellschaft am meisten gefährdet sind. Sich um die Menschen zu kümmern, Vielfalt und Integration zu fördern, sind tief in unserer Vision und in unseren Werten verankert.

Ikea Weltfluechtlingstag 03 „Wir möchten dort helfen, wo die Krise ist und unseren Beitrag leisten“: Joanna Coleman, Unit People & Culture Manager.

Aktuell beschäftigt IKEA in Deutschland rund 60 geflüchtete Menschen - als Praktikanten, Auszubildende oder in einer Festanstellung. Zwei von ihnen sind Tesfit und Mohamad (Mo), die beide bei IKEA im mittelhessischen Wetzlar arbeiten.

Joanna Coleman ist dort Unit People & Culture Managerin. Sie sagt: „Ich bin sehr froh, dass wir Mo und Tesfit einen Ausbildungsplatz geben konnten, um ihnen eine Chance zu geben, neu im Leben durchzustarten. Ich wünsche ihnen für die Zukunft, dass sie genauso zuversichtlich weiter voran schreiten und wir ihnen helfen konnten, ein neues Leben zu beginnen.“

Ikea Weltfluechtlingstag 01 „Deutsch zu lernen war für mich zunächst das Wichtigste“: Tesfit, Auszubildender in Wetzlar

„Bin sehr zufrieden, meine Freiheit zu haben“

Tesfit kommt aus Eritrea und ist im Juni 2015 nach Deutschland gekommen. „Ich bin jetzt sehr zufrieden, weil ich meine Freiheit habe und in einem Rechtsstaat lebe“, sagt der 23-Jährige. Er hat im August 2018 seine Ausbildung bei IKEA Wetzlar gestartet, als Fachkraft für Lagerlogistik. „Ich fahre meistens Stapler, entlade die Ware, lagere ein und aus, kommissioniere die Aufträge der Kunden.“ Die Arbeit macht ihm viel Spaß. Als er nach Deutschland kam, hat er nicht nur einen Deutschkurs besucht, sondern auch selbst zuhause viel gelernt. „Ich wollte Deutsch können, das ist erst einmal das Wichtigste“, so sein erster Gedanke in der neuen Heimat. „Ohne die Sprache kann ich nichts machen.“

Tesfit ist ganz allein nach Deutschland gekommen, damals gerade 19 Jahre alt. „Das war am Anfang schon schwer“, erinnert er sich. Seine Flucht hat ein Jahr lang gedauert, Er ist über Äthopien, Sudan, Libyen und Italien nach Deutschland gekommen – also große Teile zu Fuß auch durch die Wüste und anschließend über Mittelmeer-Route. „Das war das Schlimmste, was in meinem Leben bislang passiert ist.“

Ikea Weltfluechtlingstag 02 „Es ist schwierig, aber es gibt immer einen Ausweg“ – diese Erfahrung hat Mo mit seinen 23 Jahren schon oft in seinem Leben gemacht.

Mo kommt aus Syrien und ist 23 Jahre alt. Seine Flucht hat zwar nur einen Monat gedauert, einfach war sie trotzdem nicht, „da gab es viele Herausforderungen.“ Er ist geflohen vor einem brutalen Bürgerkrieg, in dem er durch einen Flugzeugangriff auch seinen Arm verloren hat. Mo ist seit 2019 bei IKEA und im ersten Ausbildungsjahr zum Kaufmann im Einzelhandel. „Es macht mir großen Spaß, den Kunden zu helfen“, sagt er. „Ich bin einfach ein Helfertyp“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

„Man darf nie aufgeben“

Für ihre Zukunft wünschen sich beide, ihre Ausbildung erfolgreich abschließen zu können. Tesfit möchte sich dann weiterbilden und vor allem „weiter fröhlich und dankbar sein“, wie er sagt. Er glaubt fest daran, mit einer positiven Einstellung die Welt auch ein Stück verbessern zu können. Mo möchte nicht nur ein erfolgreicher Verkäufer sein, sondern auch später einmal Familie haben. „Frieden in allen Ländern“ ist sein größter Wunsch.

Wenn er die aktuelle Situation betrachtet, meint er: „Es ist schwierig, aber es gibt immer einen Ausweg.“ Und fügt hinzu: „Die Krise geht nach einiger Zeit vorbei. Man darf nie aufgeben, man muss immer tapfer bleiben!“


Arbeit ist ein Schlüssel zur Integration. Bis 2022 werden wir 2500 geflüchtete Menschen mit Kompetenzen unterstützen für eine Beschäftigung in 30 Ländern. #WRD2020 #LivingWithUncertainty