Mehr Summen, mehr Brummen, mehr Biodiversität

Die Außenflächen von IKEA in Ludwigsburg und Wallau sind mit Wildblumen und Stauden bepflanzt – wir machen uns stark für den Artenschutz.

Vor unseren Einrichtungshäusern in Ludwigsburg und Wallau ging es ganz schön geschäftig zu diesen Sommer. Und damit meine ich ausnahmsweise nicht unsere Kunden, sondern die Insekten. Von ihnen waren auf den Außenflächen viel mehr zu sehen, als in den Jahren zuvor. Aber woher kommen sie? Die Antwort lautet „Get Green for Life“. Mit dem Pilotprojekt sind in ausgewählten Bereichen insektenfreundliche Grünflächen entstanden. Damit möchten wir einen Beitrag zur Stärkung der Biodiversität leisten.

Ikea Nachhaltigkeit Get Green 5 Werte verschiedener Ökosystemleistungen © NABU/Hannes Huber, Quelle: NABU-Studie mit der BCG „Wirtschaften im Einklang mit der Natur“

Biodiversität – ein ganz schön sperriges Wort

Wie so oft haben besonders kompliziert klingende Begriffe auch die größte Bedeutung. So auch hier, denn mit Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens gemeint. Sie betrifft Ökosystem und das Tierreich und ist Grundlage für unser aller Leben. Artenvielfalt und Klimaschutz gehen dabei Hand in Hand. Das Thema ist brandaktuell und wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Zum Glück, denn die Biodiversität ist seit einiger Zeit stark bedroht. Ihr Verlust schreitet mit beispielloser Geschwindigkeit voran. In den nächsten Jahrzehnten drohen weltweit über eine Million Arten zu verschwinden.

Aber alleine kann IKEA das Ökosystem nicht retten. Dennoch sind wir uns unserer Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst. Wir möchten einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten und mit gutem Beispiel voran gehen. Deshalb haben wir zusammen mit unserem langjährigen Kooperationspartner, dem Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), mit „Get Green for Life“ eine Initiative für mehr Biodiversität durch entsprechende Bepflanzung auf unseren Außenflächen ins Leben gerufen.

Winterfest Bild Siesing1 Marja Rottleb ist Gartenexpertin beim NABU. © NABU/Wolfgang Siesing

Mehr Biodiversität für Biene, Insekten & Co.

Den Anstoß für das Projekt gaben die Bienen. In Kooperation mit regionalen Imkerverbänden sind in den vergangenen Jahren an einigen unserer Einrichtungshäuser, wie z.B. in Magdeburg, Bienenstöcke aufgestellt worden, in die Honigbienen eingezogen sind. Aber wo finden unsere tierischen Nachbarn Nahrung? Ist ihr Lebensraum groß genug?

Solche Fragen beschäftigten Martin Hohlweg und Uwe Ransdorf. Sie sind als Real Estate Leader für die Entwicklung der IKEA Standorte zuständig und legen ein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit. „Uns war schnell klar, dass es mit der Ansiedlung der Bienen nicht getan war. Schließlich müssen wir auch dafür sorgen, dass sie genug Futter finden und Platz zur Entfaltung haben. Wir sahen insgesamt Potenzial, noch mehr für die Insektenwelt, die Erhaltung von Lebensräumen und Stärkung der Biodiversität zu tun“, so beschreiben Martin und Uwe ihr Anliegen. Sie suchten Rat beim NABU und fanden mit Marja Rottleb eine kompetente und engagierte Beraterin. Gemeinsam entwickelten sie Ideen, wie die Tier- und Pflanzenwelt auf den Außenflächen unserer Standorte gestärkt werden können. Daraus ergab sich schließlich das Pilotprojekt „Get Green for Life“.

Ikea Nachhaltigkeit Get Green 2 Gut für Natur und Lebewesen: Im Frühjahr haben wir das Projekt „Get Green for Life“ gestartet.

Wir legen los: Mehr Natur bei IKEA

Nach der Planungsphase wurden auf dem Außengelände unserer Einrichtungshäuser in Ludwigsburg und Wallau im Frühjahr 2020 heimische Stauden und Wildblumenwiesen gepflanzt. Bei der Bepflanzung und Pflege arbeiten wir eng mit regionalen Gärtnern zusammen, da sie die hiesigen Böden, Pflanzen und Wetterlagen am besten kennen. Und siehe da – im Sommer tummelten sich verschiedene Wildbienen-Arten, wie Hummeln, in den Pflanzen. Aber auch andere Tiere kommen auf ihre Kosten: In den abgeblühten Blütenständen der Wildblumen bilden sich Sämereien, die im Winter eine Nahrungsquelle für Vögel sind. Bodengebundene Tiere wie Eidechsen und Mäuse fühlen sich in Wildblumenwiesen wohl. Die Stauden wiederum dienen als Winterquartier für Insekten, was Fledermäuse anzieht. Marja Rottleb unterstreicht: „Wenn man einmal anfängt, kann man vielen verschiedenen Arten helfen. Deshalb ist es so wichtig, dass IKEA mit gutem Beispiel voran geht. Mit solchen Projekten können sie andere Unternehmen, Mitarbeitende und Kunden motivieren, ähnlich aktiv zu werden.“

Ikea Nachhaltigkeit Get Green 8 Vögel, Bienen, Insekten & Co. profitieren von mehr Biodiversität.

Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen

Die Initiative „Get Green for Life“ fügt sich in eine Reihe nachhaltiger Maßnahmen ein. „Das Pilotprojekt ist ein weiterer Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die neben Biodiversität auch Themen wie die Reduktion von Treibhausgasen, soziale Projekte, Kreislauf- und Abfallwirtschaft umfasst“, erklärt Marius Wilhelm Gerz, Sustainability Business Partner bei IKEA Deutschland. Schließlich haben wir uns für 2030 das Ziel gesetzt, klimapositiv zu werden, d.h. die die negativen Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Zu den Maßnahmen zählt beispielsweise die Verbesserung der CO2-Bilanz des IKEA Kataloges durch den Einsatz von fast 100% FSC-zertifiziertem Papier. Das minimiert die Treibhausemission, stärkt verantwortungsvolle Waldwirtschaft und sichert Artenvielfalt. An unserem Einrichtungshaus in Magdeburg haben nicht nur Bienen ein neues Zuhause gefunden, auf dem Gelände ist auch ein Artenschutzhaus speziell für Rauchschwalben und Fledermäuse entstanden. Nachhaltigkeit endet für uns nicht beim Umweltbewusstsein, sondern inkludiert auch soziales Engagement. Aktuellstes Beispiel ist unsere Kooperation mit „Share“. Das Mineralwasser der Marke ist seit September 2020 in allen IKEA Einrichtungshäusern erhältlich. Für jede verkaufte Flasche erhält ein Mensch aus einer wasserarmen Region im Gegenzug genug Trinkwasser für einen Tag.

In den nächsten Monaten sind noch weitere Nachhaltigkeitsprojekte in Planung, denn unser Geschäftsjahr 2021 ist gleichzeitig auch Leap Year of Sustainability. Ich würde sagen – stay tuned.

Du willst mehr über das Leap Year of Sustainability erfahren? Hier geht's zum Interview mit unserer Projektmanagerin!



Verantwortungsbewusstes Handeln gegen Artensterben

Um das Artensterben zu stoppen, ist verantwortungsbewusstes Handeln notwendig – auf politischer Ebene, in unserem privaten Umfeld, und auch von der Wirtschaft. Unternehmen greifen in das Ökosystem ein, deshalb ist es wichtig, dass sie die Erhaltung der Biodiversität bei ihren wirtschaftlichen Aktivitäten berücksichtigen. Eine kürzlich veröffentliche Studie des NABU e. V. und der Boston Consulting Group hat zudem noch einmal verdeutlicht, wie die Wirtschaft von einem intakten Ökosystem profitiert. Demnach ergibt sich u. a. aus seinen regulierenden Funktionen, wie beispielsweise CO2-Regulierung, eine wirtschaftlicher Nutzen von jährlich 170 bis 190 Billionen US-Dollar. Das entspricht dem Doppelten des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Diese beeindruckenden Zahlen führen uns deutlich vor Augen, welchen Schatz wir mit der Biodiversität in unseren Händen halten. Gleichzeitig sind sie eine Aufforderung, aktiv dieses Geschenk zu schützen, um es zu bewahren.