Die steile Karriere des Björn Borg

Voller Einsatz: Björn Borg ist bis heute ein Tennis-Idol. ©Hulton Archive/Getty Images

Von Schweden in die ganze Welt: Das Heimatland von IKEA hat bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht, die das Leben vieler Menschen besser, bunter und einfach schöner machen. Ob Künstler, Sportler oder Schriftsteller, in loser Reihenfolge möchten wir dir einige dieser faszinierenden Menschen vorstellen. Diesmal begeben wir uns in die Welt des Tennis und werfen einen Blick auf das Leben und die Karriere des Spitzenathleten Björn Borg, der für viele zum einzigartigen Tennis-Vorbild wurde.

Ikea Bjoern Borg 04 In jungen Jahren gewann Borg nationale Turniere in Schweden und wurde entdeckt. ©Christian Tenguan via Unsplash.

Geburtsstunde einer Legende

Am 6. Juni 1956 kommt in Stockholm einer der künftig besten Tennisspieler der Geschichte zur Welt – Björn Rune Borg. Schon in jungen Jahren wird seine Leidenschaft für den Sport geweckt, als sein Vater einen goldenen Schläger beim Tischtennis gewinnt. Mit neun Jahren beginnt Borg Tennis zu spielen. Von dem Zeitpunkt an geht es für den damals jungen Schweden, der 30 Kilometer südlich von Stockholm in Södertälje aufwächst, steil nach oben.

Borg erweist sich als Naturtalent und wird von seinem späteren Trainer Percy Rosberg entdeckt, der Stockholm auf der Suche nach jungen Talenten besucht. Im Alter von 13 und 14 Jahren gewinnt er alle nationalen Tennis-Meisterschaften in seiner Altersgruppe. Mit der Aussicht auf eine glänzende Tenniskarriere schmeißt Borg mit gerade mal 15 Jahren die Schule.

Ikea Bjoern Borg 03 Auf dem Tennisplatz war der Schwede die Ruhe selbst. Mit eisernem Blick ließ er sich nichts anmerken. ©Popperfoto via Gettyimages.

110 Wochen an der Spitze der Tennisweltrangliste

Im selben Lebensjahr gewinnt der junge Athlet sein erstes Davis-Cup-Match und holt kurz darauf den Wimbledon-Titel bei den Junioren. Nur einen Monat vor seinem 18. Geburtstag erspielte er bei den Italien Open seinen ersten Profi-Titel. Zudem gewinnt er als jüngster Spieler den Titel bei den French Open. In den Jahren 1979 und 1980 steht Borg für insgesamt fast 110 Wochen an der Spitze der Tennisweltrangliste. Somit gilt die zweite Hälfte der 1970er und Anfang der 1980er als die Glanzzeit seiner Karriere. Insgesamt holt er 66 Ehrentitel, darunter elf Grand-Slam-Titel. 1976 bis 1980 gewinnt Björn Borg fünfmal in Folge in Wimbledon. Von 1974 bis 1981 sichert er sich sechs Titel bei den French Open. Und auch der Titel als doppelter Masters-Sieger steht auf seiner Erfolgsliste. Gemeinsam mit der schwedischen Tennisnationalmannschaft holt er 1975 den Davis-Cup erstmals nach Schweden.

Bemerkenswerte Fitness, Schweißband, blonde Mähne

Auch in Sachen Fitness hängte er seine Gegner ab, denn Borg war für die damalige Zeit außergewöhnlich gut trainiert. So sah man ihn auch bei höchster Anstrengung selten stark schwitzen oder schwer atmen. Sein langjähriger Trainer Lennart Bergelin war an dieser Verfassung nicht unbeteiligt. Borgs herausragende Fitness wurde ebenso zu seinem Markenzeichen wie das Schweißband, dass seine blonde Mähne im Griff hielt. Mit seinem zweihändigen Rückhandspiel revolutionierte der schwedische Tennisspieler zudem den Tennissport.

Da der Athlet während des Spiels nie Emotionen zeigte und etwa auf Fehlentscheidungen der Schiedsrichter oder Provokationen seiner Gegenspieler stets mit einem Pokerface reagierte, wird ihm eine besondere Coolness nachgesagt. Daraus kreierte die Presse die Spitznamen „Ice-Borg“ oder „Ice-Man“. Erst in seiner Autobiografie, die nach Borgs Karriereende veröffentlicht wurde, spricht er über seine scheinbare Emotionslosigkeit. Während seiner Zeit als Junior habe es in seiner Karriere einen Zwischenfall gegeben – nach einer heftigen Benachteiligung habe er einen starken Wutanfall erlitten. Als Konsequenz wurde er für mehrere Monate gesperrt. Um ähnliche Zwischenfälle auszuschließen, entwickelte Borg eine eiserne Selbstdisziplin.

Ikea Bjoern Borg 02 Borg gehörte zu den größten seiner Zeit und füllte die Stadien. ©Filip Mroz via Unsplah

Umzug ins Steuerparadies Monaco

Insbesondere für junge Sportler ist Borg zu einem Vorbild aufgestiegen. Als eine Leuchtfigur des Tennis verhalf er der Sportart zu einem wahren Boom. In der Tenniswelt wurde um seine Person die „Borgmania“ erschaffen.

Seine sportlichen Erfolge bringen ihm im Laufe seiner Karriere hohe Preisgelder ein – 1979 wird er zum ersten Spieler, der Preisgelder in Höhe von über einer Million innerhalb von nur einer Saison einheimst. Es wird dem Tennisprofi nachgesagt, dass genau das Geld der Grund für seinen Umzug nach Monaco sei. Schließlich seien die Steuern in Schweden so hoch – Monaco hingegen gelte als Steuerparadies.

Mit gerade mal 26 Jahren gibt Björn Borg nach seiner steilen Laufbahn seinen Rücktritt aus dem Sport bekannt. Grund dafür soll Gerüchten zufolge ein Burnout sein. Mit seinen späteren Comeback-Versuchen konnte er nie wieder an den früheren Erfolg anknüpfen.

Heute als TV-Experte in der Öffentlichkeit

Borg hatte vier längere Beziehungen, davon drei Ehen. Seine erste, mit der rumänischen Tennisspielerin Mariana Simionescu, endete 1984. Von 1985 bis 1988 hatte der Tennis-Star eine Liebesbeziehung mit dem Fotomodell Jannike Björling. Mit ihr bekam er 1985 seinen ersten Sohn Robin. Von 1989 bis 1993 war er mit der italienischen Pop-Sängerin Loredana Berté verheiratet. 2002 schloss er seine dritte Ehe mit Patricia Östfeldt. 2003 kam der gemeinsame Sohn Leo zur Welt. Heute lebt der 64-Jährige wieder in Schweden und steht bei Auftritten als TV-Experte in der Öffentlichkeit. Übrigens, sein Geburtstag fällt zufällig mit dem schwedischen Nationaltag zusammen, der jährlich am 6. Juni gefeiert wird.

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