Zusammen machen wir Kinder stark!

Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, berichtet passend zum internationalen Tag der Kinderrechte, warum diese äußert notwendig sind. © Haidar

Heute vor genau 31 Jahren wurde die Konvention über die Rechte des Kindes aufgesetzt. Gemeinsam mit UNICEF, einem unserer langjährigen Partner, möchten wir ein stärkeres Bewusstsein für die Rechte der Kinder schaffen und das besonders heute am internationalen Tag der Kinderrechte. Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland, gibt uns einen spannenden Einblick aus seiner Perspektive.

Das Recht auf Unordnung im Zimmer? Jeden Tag Schokolade und Gummibärchen? Nein, darum geht es nicht, wenn wir über die Kinderrechte sprechen – auch wenn es wohl für viele Kinder verlockend klingen würde, und nicht nur für sie...

Ikea Blog Kinderrechte Schneider 14 1989 beschlossen die Vereinten Nationen die „Konventionen über die Rechte des Kindes“. © UNICEF/UNI331934/Bänsch

„Kinderrechte“ – was ist das eigentlich? Dahinter verbirgt sich das Fundament unserer Zukunft. Denn Kinder sind die Zukunft – das kann wohl niemand bestreiten – und die Kinderrechte bedeuten, dass sie diese Zukunft auch tatsächlich selbst gestalten können. Nicht zuletzt, weil es ihre eigene Zukunft ist.

Fakten über Kinderrechte – schon gewusst?

Die Fakten: Am 20. November 1989 – also genau heute vor 31 Jahren – beschlossen die Vereinten Nationen, dass Kinder unumstößliche Rechte besitzen. Überall auf der Welt. Egal, wie das Mädchen oder der Junge aussieht, wo er oder sie geboren wurde.

Die sogenannte „Konvention über die Rechte des Kindes“ war geboren – das erste offizielle Regelwerk zum Schutz und zur Förderung der Kinder weltweit. Was für ein Meilenstein! Seither feiern wir jedes Jahr an diesem Tag, dem 20. November, den Internationalen Tag der Kinderrechte.

Zu den wesentlichen Rechten wirklich jedes Kindes gehören beispielsweise das Recht auf Leben, das Recht auf Bildung, auf Schutz vor Missbrauch und Gewalt, aber auch das Recht, an Entscheidungen beteiligt zu werden. Bis heute haben sich fast alle Länder auf die Kinderrechtskonvention verständigt.

Ikea Blog Kinderrechte Schneider 05 Inga wünscht Kindern einen Platz im Kindergarten oder die Möglichkeit zum Schulbesuch. © UNICEF/UNI267634/Etges

Kinderrrechtskonvention – warum ist sie so wichtig?

Jetzt könnte man meinen: Klasse, alle Kinder haben das Recht, zur Schule zu gehen, sicher aufzuwachsen, sich gesund zu entwickeln! Aber ja: Ganz so einfach ist es nicht.

Hierzulande mögen Bildung und Gesundheit für die meisten Kinder selbstverständlich sein. Doch in anderen Teilen der Welt sieht es anders aus. Auch wenn es in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gegeben hat – Organisationen wie UNICEF und andere Hilfsorganisationen haben nach wie vor sehr viel zu tun, um die Kinderrechte für möglichst jedes Kind auf der Welt tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Noch immer wachsen zu viele Kinder in extremer Armut auf, ohne Chancen. Zu viele Kinder werden Opfer von Gewalt und Krieg, müssen vor bewaffneten Konflikten fliehen. Unzählige haben keinen Zugang zu echter Gesundheitsversorgung und sauberem Wasser. Und viel zu viele können keine Schule besuchen.

Das Entscheidende: Mit der Kinderrechtskonvention haben wir ein starkes Instrument und Druckmittel, um immer wieder Regierungen und andere Entscheidungsträger daran zu erinnern: Alle Kinder haben Rechte! Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass sie geschützt sind und eine echte Kindheit erleben dürfen!

Ikea Blog Kinderrechte Schneider 12 Kinderrechte sind auch in Deutschland wichtig, damit sich Kinder gesund entwickeln und voll entfalten. © UNICEF/UNI372153/Zimmermann


Ein folgenreiches Treffen

Und ja, auch bei uns in Deutschland sind die Kinderrechte wichtig! Denn allen Kindern ist eines gemeinsam: Sie brauchen besonderen Schutz und Fürsorge, um sich gesund zu entwickeln und voll zu entfalten.

Auch in unserem Land werden viele Kinder und Jugendliche nicht ausreichend geschützt, gefördert und beteiligt. Während der Corona-Pandemie, das ist offensichtlich, wurden und werden die Interessen von Kindern vielfach hinten angestellt. Der erste Schritt zur Verbesserung? Kinder müssen ihre Rechte kennen, um sie auch tatsächlich einfordern zu können!

Das findet übrigens auch der Chef von IKEA Deutschland, Dennis Balslev. Bei einem Treffen vor einigen Monaten unterhielten wir uns über die UNICEF-Arbeit, ein zwangloses Gespräch, und ich berichtete beiläufig von den Kinderrechteschulen, die wir von UNICEF auch in Deutschland weiter verbreiten möchten. „Das haben wir bei uns in Dänemark auch schon unterstützt!“, so die prompte Antwort des gebürtigen Skandinaviers. „Das sollten wir auch gemeinsam in Deutschland machen!“ Klar, warum nicht?

Ikea Blog Kinderrechte Schneider 03 Mit dem Programm „Kinderrechteschulen“ setzt sich UNICEF dafür ein, dass die UN-Kinderrechtskonvention im Schulalltag verankert wird. © UNICEF/UNI267626/Etges

Kinderrechte auf den Stundenplan!

Und so durften wir erst kürzlich verkünden, dass unser langjähriger Partner IKEA Deutschland nun offiziell das Kinderrechteschulen-Programm von UNICEF in Deutschland unterstützt – finanziell und als Förderer der Kinderrechte! Gemeinsam mit IKEA wollen wir Kinder von klein auf darin stärken, ihre Rechte zu kennen, diese einzufordern und sich für ein solidarisches Miteinander einzusetzen.

Was in Dänemark und anderen Ländern bereits toll funktioniert hat, wird bei uns in Deutschland nun weiter ausgebaut: Mit dem Programm Kinderrechteschulen setzt sich UNICEF dafür ein, dass Schulen die UN-Kinderrechtskonvention sowohl im Unterricht als auch in ihrem Schulalltag verankern.

Die Kinderrechte werden zum Herzstück der Schulgemeinschaft. Sie werden von den Kindern, Lehrkräften und Sozialarbeitern gleichermaßen respektiert und gelebt. Kinder lernen, sich für ihre Rechte einzusetzen, Lösungen auszuhandeln und gemeinsam für ihre Ideen stark zu machen – in einem sicheren Umfeld.

Ikea Blog Kinderrechte Schneider 08 „Wir wollen dazu beitragen, unsere Gesellschaft besser und zukunftsfähiger zu machen.“ © Chiolo

Hierfür haben wir bei UNICEF ein Training entwickelt. Es führt alle Mitarbeitenden der Schule sowie die Eltern in das Thema ein und stattet sie mit Wissen zur Umsetzung der Kinderrechte aus. Langfristig wollen wir dazu beitragen, unsere Gesellschaft besser und zukunftsfähiger zu machen. Wo könnte man besser damit beginnen als im Klassenraum?

Dennis Balslev von IKEA hat es so zusammengefasst: „Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene. Sie sind die wichtigsten und auch die verletzlichsten Menschen in unserer Gesellschaft. Unsere Entscheidungen beeinflussen ihre gesamte Zukunft. Deshalb ist es unsere Pflicht, die Rechte und Bedürfnisse von Kindern zu respektieren.“

Auch in diesem Punkt sind wir einer Meinung!

Vielen Dank für den Einblick, lieber Christian! Damit auch unsere Mitarbeitende eine bessere Vorstellung der gemeinsamen Arbeit erhalten, besuchen sie regelmäßig im Rahmen unseres IWitness-Programms UNICEF-Projekte – wir nehmen dich mit nach Indonesien.