Kohleausstieg auf dem Rost – so wird Grillen umweltfreundlicher

© NABU/Jule Roschlau

Mit der Familie und im Freundeskreis zu grillen ist nicht nur gesellig, sondern schmeckt auch richtig gut. Alle bringen etwas Leckeres mit und so ist schnell ein bunter Tisch gedeckt. Anscheinend geht es vielen Leuten so: Nach Umfragen ist für einen Großteil der Menschen in Deutschland ein Sommer ohne Grillen kein richtiger Sommer. Fleisch und Wurst werden am liebsten gegrillt – hier kann man auch direkt ansetzen, um das Grillvergnügen umweltfreundlicher zu gestalten.

Ikea Nabu Grillen 01 Mit dem Tipps vom NABU kannst du deine nächste Grillparty nachhaltiger gestalten.

Denn ob der eigene Grillspaß umweltfreundlich ist oder nicht, hängt entscheidend davon ab, was auf dem Grill liegt: Das Essen macht bei der Umweltbilanz des Grillens bis zu 90 Prozent aus – je nachdem, was gegrillt wird. Mit saisonalen und pflanzlichen Alternativen auf dem Rost, zum Beispiel Gemüse-Spießen oder Bratlingen, schützt man das Klima. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte auf regionale Bio-Qualität achten, am besten von Bio-Anbauverbänden. Auch bei Fisch ist es wichtig, auf Öko-Zertifizierungen zu achten: Fisch aus Aquakulturen gibt es auch in Bio-Qualität.

Beim Grillen gibt es aber noch mehr Möglichkeiten, die Umwelt zu entlasten. Angefangen mit dem Grill: Ein Elektrogrill, der mit Ökostrom betrieben wird, ist weitaus besser für die Klimabilanz als ein Holzkohlegrill. Allerdings ist der Holzkohlegrill noch immer der beliebteste Grill in Deutschland, dafür werden hier jährlich rund 270.000 Tonnen Holzkohle verwendet. Auf den ersten Blick scheint es umweltfreundlich, schließlich ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Was viele aber nicht ahnen und auch nicht auf der Verpackung nachprüfen können: Bei einem Großteil der Holzkohle handelt es sich um Tropenholz aus Südamerika oder Afrika, manchmal auch aus illegaler Rodung.

Ikea Nabu Grillen 03 Es muss nicht immer Fleisch sein: Auch Gemüse, und Fleischersatzprodukte schmecken gegrillt.

Tropenwälder sind unerlässlich für den Schutz des Weltklimas und für die Artenvielfalt. Daher empfiehlt es sich, nur Holzkohle mit dem FSC- oder Naturland-Siegel zu kaufen, wenn man unbedingt mit Holzkohle grillen möchte. Alternativ können auch Olivenkern-Briketts verwendet werden, die aus Abfällen der Olivenölpressung hergestellt sind.

Auf Einweg sollte auch beim Grillen verzichtet werden, das gilt für Einweggrills genauso wie für Grillschalen: Bei einem Holzkohlegrill ist es gesünder, eine Mehrweg-Grillschale aus Edelstahl oder Keramik zu nutzen, als auf der offenen Flamme zu grillen. Die Einwegschalen aus Aluminium machen hingegen nicht nur viel Müll, sondern stehen auch in der Diskussion, gesundheitsschädlich zu sein.

Und nicht zu vergessen: Ob zu Hause oder beim Grillspaß im Park, Mehrweggeschirr statt Einweggeschirr ist besser für die Umwelt. Wenn du diese Tipps beachtest, gelingt ein garantiert nachhaltiges Grillfest – viel Spaß dabei!

Weitere Infos des NABU zum Thema Grillen sind hier zu finden. Infos zu den Bio-Siegeln gibt es auch im NABU-Siegelcheck im Web oder als App für das Smartphone.

Gastbeitrag von Indra Enterlein, Leiterin Ressourcenpolitik beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.

Jeden Monat gibt es einen Tipp vom NABU für ein nachhaltigeres Leben auf dem IKEA-Unternehmensblog. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner.

Du suchst weitere Ideen für den Umweltschutz? Hier findest du praktische Tipps für einen naturnahen Garten und tolle Ratschläge für einen umweltfreundlichen Frühlingsputz.