Eine schräge Freundschaft

In der schwedischen Landidylle ist bei Pettersson und Findus immer etwas los. © Sven Nordqvist und Verlag Friedrich Oetinger

Von Schweden in die ganze Welt: Das Heimatland von IKEA hat viele bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht, die das Leben vieler Menschen besser, bunter und einfach schöner machen. Ob Künstler, Unternehmer oder Schriftsteller, in loser Reihenfolge möchten wir dir einige dieser faszinierenden Menschen vorstellen. Diesmal werfen wir einen Blick zurück in die Kindheit und statten Pettersson und Findus einen Besuch ab.

Mit den Büchern über die Alltagsabenteuer von Pettersson und Findus reisten viele von uns zum ersten Mal im Leben in die ländliche, typisch schwedische Blockhaus-Idylle. So wurden der verschrobene alte Mann und sein kleiner Kater weltberühmt.

Ikea Pettersson Findus 01 Neben Pettersson und Findus leben auch Kaffee trinkende Hühner auf dem Hof. © Sven Nordqvist und Verlag Friedrich Oetinger

Auf den detailreich illustrierten Seiten der Kinderbücher ist Pettersson bis heute in einem typischen, rostroten Schwedenhäuschen zu Hause, das randvoll mit skurrilen Dingen gefüllt ist. Schließlich ist der Mann mit dem etwas eigenartigen Hut und der runden Brille ein passionierter Sammler und Bastler. Die weißen, Kaffee trinkenden Hühner sind die einzigen Frauen im Petterssons Umfeld.

Ein Lebensmittelkonzern liefert den Namen

In der Annahme, dass dem alten, alleinstehenden Mann etwas Gesellschaft nicht schaden würde, brachte Petterssons Nachbarin einst ein Kätzchen vorbei. Mit den Worten „Eine Katze macht ja nicht viele Umstände. Vielleicht sollte ich eine haben ...“ ließ sich der Mann im Buch unter dem Titel „Wie Findus zu Pettersson kam“ auf seinen neuen Gefährten ein. Und dieser brachte dann doch ganz schön Schwung in sein Leben!

Den Namen des kleinen Katers lieferte die Nachbarin in gewisser Weise mit, denn sie übergab Pettersson das Kätzchen in einem Karton, auf dem „Findus grüne Erbsen“ geschrieben stand. „Findus“ war in diesem Fall der Name eines großen schwedischen Lebensmittelkonzerns – und Pettersson fand ihn gleich sehr passend für seinen neuen Freund. Wie besonders der neue kleine Weggefährte sein würde, stellte der alte Mann jedoch fest, als er bemerkte, dass Findus sprechen kann.

Ikea Pettersson Findus 02 Findus als Katzenkind – ein Geschenk der Nachbarin an Pettersson. So begannen ihre Abenteuer. © Sven Nordqvist und Verlag Friedrich Oetinger

Der kleine Kater ist und bleibt in den Geschichten sehr jung – kein Wunder also, dass er bis heute alle mit seinen Streichen erheitert. Er liebt es, die Hühner zu erschrecken und Petterssons kompletten Haushalt auf den Kopf zu stellen – doch seinen Streichen begegnet der Mann stets mit größter Geduld. Außerdem feiert Findus ganze dreimal im Jahr Geburtstag. Dabei darf seine liebste Pfannkuchen-Torte unter keinen Umständen fehlen. Natürlich hat der Kater bei der Herstellung der Torte auch gern seine Pfoten im Spiel, genauso wie bei der Zubereitung seiner unübertroffenen Leibspeise – und das sind selbstverständlich ganz stilecht schwedische Fleischbällchen.

Bücher wurden in 29 Sprachen übersetzt

Die beiden Freunde haben noch weitere Mitbewohner – die Mucklas. Das sind kleine, bunte Wesen, die der alte Pettersson allerdings nicht sehen kann. Findus hingegen ist mit manchen von ihnen sogar ganz gut befreundet.

Seit 1984 hat Sven Nordqvist insgesamt 13 Bücher über Pettersson und Findus geschrieben und illustriert. Das aktuellste Werk heißt „Schau mal, was ich kann, Pettersson!“. Die Bücher wurden in 29 Sprachen übersetzt und auf diesem Wege vielen Kindern auf der Welt zugänglich gemacht. Darüber hinaus gibt es die Abenteuer des lustigen Zweiergespanns inzwischen auch in einer Reihe von Comicheften. In süßen Zeichentrickfilmen werden die Freunde in 26 Folgen verteilt auf zwei Staffeln zum Leben erweckt. 2001 wurde in Deutschland zudem der erste Film ausgestrahlt. Sechs weitere lockten in den Folgejahren große und kleine Fans in die deutschen Kinos.

Ikea Pettersson Findus 04 Gemeinsam haben Pettersson und Findus schon einiges erlebt und viel unternommen. © Sven Nordqvist und Verlag Friedrich Oetinger

Ähnlichkeiten zwischen Autor und Pettersson

Da ist es fast erstaunlich, dass manche Menschen das Talent von Sven Nordqvist, dem Erfinder der berühmten Figuren, anfangs unterschätzt haben. Nordqvist wusste schon früh, was seine Berufung ist – doch alle Kunsthochschulen, an denen er sich bewarb, lehnten ihn ab. Im südschwedischen Lund studierte er stattdessen Architektur, doch das Zeichnen blieb seine Herzensangelegenheit – er belegte nebenbei Zeichenfernkurse und malte Karikaturen. Hauptberuflich arbeitete er als Architekt und in den 1970er-Jahren heuerte er in einer kleinen Werbefirma an. Später zeichnete er Plakate und Grußkarten, arbeitete aber auch an Schul- und Bilderbüchern, doch es waren die ganze Zeit Kinderbücher, für die sein Herz schlug. Als er 1983 einen Literaturwettbewerb gewann, konnte er sich komplett dieser Leidenschaft widmen.

Manch einer erkennt Züge des inzwischen 74-jährigen Autors in der mürrischen Figur Petterssons. So hat zum Beispiel der Autor selbst eine Vorliebe fürs Angeln und Wandern, Tüfteln und Erfinden. Tatsächlich ist über den Autor nicht viel bekannt, er hält sich aus der Öffentlichkeit größtenteils raus und gibt nur selten Interviews. Nordqvist lebt mit seiner Familie zurückgezogen im Schärengarten von Stockholm. Doch seine Figuren Pettersson und Findus begeistern auch nach über 30 Jahren noch Kinder auf der ganzen Welt.

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