Die perfekte Menge Schlaf

Eine Gute-Nacht-Geschichte von Oma hilft besonders gut beim Einschlafen und bereitet Kinder sanft auf ihre Nachtruhe vor.

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, erinnere ich mich daran, dass ich oft unglaublich müde war. So müde, dass mir der Stift beim Schreiben über das Papier gerutscht ist, weil ich meine Augen nicht offenhalten konnte. Heute passiert mir das nicht mehr, was nicht nur daran liegt, dass ich meine Schlafenszeiten besser plane, sondern vielleicht auch daran, dass ich älter geworden bin. Ich komme mit etwas weniger Schlaf aus, als beispielsweise im Teenager-Alter. Doch woran liegt das und gibt es überhaupt die „perfekte“ Menge Schlaf?

Ikea Menge Schlaf 01 Babys sind echte Langschläfer. Schlaf hilft ihnen dabei, die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

Wie viel Schlaf wir benötigen wird von unseren Genen bestimmt und ist daher individuell. Während die meisten Menschen 7 bis 8 Stunden schlafen, sind andere bereits nach 4 Stunden ausgeruht oder benötigen im Gegenteil sogar 10 Stunden Schlaf. Generell verändert sich jedoch das Schlafverhalten im Laufe des Lebens bei jedem Menschen. Neugeborene und Säuglinge sind im wahrsten Sinne des Wortes echte Langschläfer: Sie benötigen täglich rund 16 Stunden Schlaf. In den ersten Lebensmonaten besteht dieser Schlaf größtenteils aus REM-Phasen, um die vielen neuen Informationen, die ein Baby aufnimmt, besser zu verarbeiten und zu speichern. Mit etwa 12 Wochen entwickelt sich dann die innere Uhr und Babys erkennen Lichtveränderungen wie Tag und Nacht.

Mittagsschlaf – ist doch was für Kinder?

Auch Kleinkinder brauchen viel Schlaf, da dieses Alter durch große Entwicklungssprünge wie Laufen lernen oder die Sprachentwicklung geprägt ist. Deshalb halten Kleinkinder bis zum Alter von etwa 3 Jahren noch Mittagsschlaf. Danach wird die Nachtruhe umso wichtiger, weshalb Kinder schon früh an eine Zubettgeh-Routine gewöhnt und sanft auf das Schlafengehen vorbereitet werden sollten. Speziell, wenn die Kinder im Schulalter sind, ist der nächtliche Schlaf entscheidend, um das Gelernte zu verarbeiten – jedoch sind regelmäßige Schlafenszeiten bei Schulkindern wegen den außerschulischen Aktivitäten und Hobbies häufig schwierig zu realisieren.

Ikea Menge Schlaf 02 Im Erwachsenenalter bleibt das Schlafbedürfnis zwar konstant – durch den Alltagsstress ist Schlaf jedoch nach wie vor sehr wichtig.

Schlafende Teenager

Im Teenager-Alter benötigen wir noch rund 9 Stunden Schlaf. Durch die Pubertät verzögert sich jedoch die Produktion des Schlafhormons Melatonin um ein bis zwei Stunden, weshalb Teenager später ins Bett gehen als ihre Eltern und demnach auch gerne länger schlafen. Allerdings ist während der Schulzeit früh aufstehen angesagt und sie bekommen in der Regel nicht die Menge Schlaf, die sie eigentlich brauchen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihnen klare Zubettgeh-Zeiten vorgeben, einen verantwortungsvollen Umgang mit elektronischen Geräten vermitteln und Teenager ihren Rückzugsort nach ihren Vorstellungen gestalten können.

Ausgewachsen und ausgeschlafen?

Im Erwachsenenalter schlafen wir etwa 7 bis 8 Stunden pro Nacht und dieser Bedarf ändert sich auch nicht mehr. In unseren Zwanzigern und Dreißigern steigt das Stresslevel durch die Arbeit und neue Verantwortungen, die wir nun übernehmen müssen. Zudem wirkt sich speziell ab den späten Zwanzigern der Konsum von Alkohol, fettigem Essen oder Zigaretten verstärkt negativ auf unseren Schlaf aus. Mit einigen Veränderungen können wir jedoch auch im Erwachsenenalter entspannt schlummern: Beispielsweise helfen uns Bewegung und Sport, besser abzuschalten und auch eine gute Matratze und Kissen sowie hochwertige Bettwäsche sind förderlich für unsere Schlafqualität.

Ikea Menge Schlaf 03 Im Alter verändern sich die Schlafgewohnheiten: Man geht früher ins Bett und die Tiefschlafphasen nehmen ab.

Schlaf im Alter

Der Schlafbedarf nimmt im Alter entgegen vieler Annahmen nicht ab, doch fällt es älteren Menschen schwerer, durchzuschlafen. Insgesamt verbringt man ab einem gewissen Alter weniger Zeit im Tiefschlaf und der Anteil des leichten Schlafes nimmt zu, was den Schlaf weniger erholsam macht. Die zunehmende Müdigkeit führt dazu, dass ältere Menschen zwar früher ins Bett gehen und dann auch früher aufstehen, allerdings verführt die Müdigkeit am Tag häufig zu einem Mittagsschläfchen, was sich negativ auf den Nachtschlaf auswirkt. Generell lohnt es auch im Alter, sich regelmäßig zu bewegen und an die frische Luft zu gehen, da wir dann besser schlafen.

Wie man Kinder am besten an die Schlafroutine heranführt und worauf dabei besonders zu achten ist, verrät Schlafexperte Dr. Guy Meadows im Interview.