„Schlafen, nur anders“ – heute: die Journalistin

Alisa ist aufgrund ihres Jobs unregelmäßige Schlafzeiten gewöhnt – welche Einschlaf-Tipps sie hat, erzählt sie uns im Interview. © Sam McGhee über Unsplash

In unserem Alltag begegnen wir immer wieder Menschen, die beim Schlaf zum Beispiel aufgrund ihres Jobs vom Durchschnitt abweichen. Es sind Ärzte, Bäcker, Freiberufler, Journalisten, die sich an ihren ganz eigenen Schlafrhythmus gewöhnt haben – und das, selbst wenn ihr „Tag“ mitten in der Nacht beginnt.

Heute stellen wir euch Alisa vor. Die 29-jährige Journalistin lebt mit ihrem Freund zusammen und würde Schlafen (fast) als ihr Hobby bezeichnen – trotzdem macht es ihr nichts aus, wenn der Wecker auch mal um 3 Uhr morgens klingelt.

Ikea Schlaf Arbeit 2 Alisa macht zur Zeit ein Volontariat beim Hessischen Rundfunk – ihr Schlafrhythmus wechselt daher oft. Umso mehr freut sie sich auf ihr großes Bett, das für erholsame Nächte sorgt.

Liebe Alisa, was machst du beruflich, warum hast du einen anderen Schlafrhythmus und wie sieht dieser aus?

Ich arbeite beim Hessischen Rundfunk und absolviere dort gerade mein Volontariat. Allein dadurch variieren meine Schlaf- und Arbeitszeiten: Ich wechsele oft zwischen Abteilungen – sei es Online, Social Media, Radio oder Fernsehen. Beispielsweise sind beim Fernsehen die Tage oft länger, weil man abends noch die Sendung vorbereitet oder am Wochenende Interviews führt. In anderen Abteilungen ist es wieder ganz anders.

Wie lange lebst du schon mit diesem Schlafrhythmus?

Vor meinem Volontariat habe ich fünf Jahre als freie Journalistin beim Radio gearbeitet. Dort habe ich unter anderem die Nachrichten gesprochen. Die Zeiten haben stark variiert – morgens ist Primetime beim Radio, das heißt, wenn um 5 Uhr die Morning Show beginnt, bin ich um 3 Uhr aufgestanden, da ich einen etwas längeren Arbeitsweg hatte.

Ikea Schlaf Arbeit 3 Mit blickdichten Rollos fällt es Alisa leichter, am frühen Abend bereits einzuschlafen.

Hat dein Partner den gleichen Rhythmus oder einen anderen? Und wie sieht dieser aus?

Mein Freund hat einen anderen Rhythmus – man könnte sagen, er arbeitet zu „normalen Zeiten“. Wenn ich früher aufstehen muss, kann er relativ ungestört weiterschlafen, weil ich auch zügig aufstehe. Das war allerdings eine bewusste Umgewöhnung – ich bin eigentlich ein totaler „Snoozer,“ versuche es aber zu vermeiden, wenn er später als ich aufsteht – und ich merke auch, dass es besser ist, direkt aufzustehen. Oder nur noch fünf Minuten liegen zu blieben… (lacht). Es ist andersherum eher ein Problem, wenn ich früher ins Bett gehen muss und er erst später dazu kommt, dass ich dann noch mal wach werde. Aber auch das bekommen wir hin.

Wie hast du es geschafft, dich an deinen Schlafrhythmus zu gewöhnen? Hast du spezielle Tipps und Tricks, die dir geholfen haben?

Ich glaube, ich habe Glück und bin sehr anpassungsfähig, mein Körper gewöhnt sich schnell an geänderte Schlafenszeiten. Was für mich persönlich sehr wichtig ist: Dunkelheit – gerade im Sommer, wenn es lange hell ist, muss ich die Möglichkeit haben, die Nacht „vorzutäuschen“. Dafür haben wir blickdichte Rollos im Schlafzimmer. Außerdem fokussiere ich mich auf das Positive – natürlich ist es seltsam und etwas anstrengend, nachts um 3 Uhr aufzustehen, aber ich mache es für einen Job, der mir Spaß macht. Und: Ich habe dann auch um 12 Uhr mittags Feierabend (lacht).

Seit rund einem Jahr habe ich mein Smartphone aus dem Schlafzimmer verbannt – das hilft mir wirklich, besser und ruhiger zu schlafen, weil ich abends nicht mehr mal kurz Nachrichten checke und abgelenkt werde.

Ikea Schlaf Arbeit 4 Beim Radio sind die Arbeits- und damit auch die Schlafenszeiten sehr unterschiedlich – da klingelt der Wecker für die Morning Show schon mal um 3 Uhr morgens. © Jonathan Velasquez über Unsplash

Wie beeinflusst dein Schlafrhythmus deine Freizeit und deine Partnerschaft?

Natürlich ist es so, dass es die Freizeit und Partnerschaft beeinflusst, wenn man keinen klassischen 9-to-5-Job hat. Gerade wenn ich mal früh ins Bett gehen muss, merke ich, dass die gemeinsame Zeit mit dem Partner kürzer wird – aber zum Glück ist das ja nur phasenweise.

Wie geht es dir, wenn du zu wenig Schlaf bekommst? Was hilft dir in diesem Fall?

Nicht gut (lacht) – ich bin gereizter, hungriger und unkonzentrierter. Und ich vermeide es, Auto zu fahren. Im Zweifel hilft da tatsächlich nur schlafen.

Änderst du deinen Schlafrhythmus, wenn du beispielsweise frei hast oder im Urlaub bist?

Ich kann sehr lange schlafen, wenn mich keiner weckt (lacht). Und wenn ich frei habe schlafe ich länger, auch entspannter, würde ich sagen. Weil ich einfach weiß, es stehen am nächsten Tag keine Termine an. Ich schlafe auch besser ein, wenn nichts Dringendes geplant ist. Allerdings tut mir zu viel Entspannung im Urlaub auch nicht gut – da werde ich unruhig und muss wieder etwas unternehmen.

Wie kommst du mit deinem Schlafrhythmus zurecht? Hat es lange gedauert, bis du dich umgewöhnt hast?

Generell komme ich damit sehr gut klar. Was manchmal gestört hat, gerade als ich noch als freie Journalistin gearbeitet habe, war der Wechsel. Mal um 7 Uhr aufstehen und danach wieder um 3 Uhr – dann war ich abends oft noch gar nicht müde, wusste aber, dass es besser wäre, jetzt zu schlafen. Aber da ich mich dann auch darauf gefreut habe, habe ich es auch gut weggesteckt.

Ikea Schlaf Arbeit 5 Mit Abendritualen und dem richtigen Licht kann Alisa besser einschlafen.

Empfindest du den „unnormalen“ Schlafrhythmus als störend oder hast du dich inzwischen so daran gewöhnt, dass es für dich „normal“ ist?

Ich glaube, ich bin generell eher ein extremer Typ, was Schlaf angeht: Es war für mich nie ein Problem, um 3 Uhr morgens aufzustehen, aber diese „normale“ Uhrzeit zwischen 6 und 7 Uhr fällt mir schwer (lacht). Es kommt auch immer darauf an, wofür man aufsteht. Auch am Wochenende zu arbeiten kann manchmal nerven, aber wenn es dann einen Ausgleich gibt, ist das voll in Ordnung.

Gibt es vielleicht sogar etwas, das du an deinem Schlafrhythmus schätzt? Bringt deine veränderte Schlafenszeit auch etwas Positives mit sich?

Auf jeden Fall – man hat dann etwas, was andere mit einem normalen Job nicht haben – nämlich auch mal unter der Woche um 12 Uhr Feierabend. Dann kann ich entspannt zum Friseur oder einkaufen gehen. Das sehe ich durchaus als Vorteil. Insbesondere, wenn man nach Frankfurt rein- und rausfährt – mit einem anderen Rhythmus stehe ich vor oder nach der Arbeit nie im Stau ;-)

Hast du deine Schlafzimmereinrichtung im Zuge deines neuen Schlafrhythmus verändert oder angepasst?

Wie schon erwähnt, ist mir wichtig, dass der Raum abgedunkelt werden kann. Außerdem haben wir im Schlafzimmer eine smarte Lampe, die nicht direkt ausgeht, sondern langsam dunkler wird. Wenn wir (in seltenen Fällen) doch zeitgleich morgens aufstehen, können wir sie auch so einstellen, dass wir mit Licht geweckt werden. Außerdem ist mir das Bett sehr wichtig – mein Freund ist sehr groß und so haben wir ein selbst gebautes Bett: 2,20m auf zwei Meter sowie überlange Decken. Das verbessert den Schlaf auf jeden Fall.

Ikea Schlaf Arbeit 1 Einfach mal abschalten – das kann Alisa gut beim Fernsehschauen. © Mollie Sivaram on Unsplash

Fällt es dir generell schwer, morgens aufzustehen oder abends ins Bett zu gehen?

Ich meckere mehr morgens als abends (lacht) – es fällt mir leichter, einzuschlafen als aufzustehen.

Hast du bestimmte Gewohnheiten oder Rituale, die dir abends beim Einschlafen helfen?

Ja – ich werfe mich erst dann in meinen Schlafanzug, wenn ich ins Bett gehe. Ich brauche dieses Ritual, um mich auf den Schlaf vorzubereiten. Außerdem ziehe ich morgens und abends einen Bademantel über, den ich dann wieder im Schlafzimmer aufhänge.

Was hilft dir dabei, nach einem anstrengenden Arbeitstag abzuschalten und einzuschlafen?

Mir hilft es, über den Tag zu sprechen – wenn es anstrengend war, muss es auf jeden Fall aus meinem Kopf raus. Dafür erzähle ich es entweder jemandem (meist meinem Freund) oder schreibe es auf. Zum Abschalten nutze ich „seichte“ Ablenkung durch das Handy oder den Fernseher – alles, wo man nicht aufpassen und nachdenken muss. Wenn ich mal verzweifelt bin und nicht einschlafen kann, greife ich zum Buch – das hilft mir dabei, müde zu werden.

Wie viel Schlaf benötigst du, um dich ausgeruht zu fühlen? Schaffst du es, das einzuhalten?

Ich brauche schon meine sieben bis acht Stunden Schlaf – aber das Gefühl des Selbstentscheidens trägt dazu bei, wie ausgeruht ich mich fühle. Wenn ich im Urlaub mal nur sechs Stunden schlafe, aber von selbst wach geworden bin, ist das auch vollkommen in Ordnung. Generell schlafe aber einfach gerne (lacht)!

Danke für das spannende Interview, liebe Alisa! Du möchtest wissen, wie auch andere Berufsgruppen schlafen? Hier findest du unser Interview mit einer Kinderärztin!