Schlafen rund um die Welt

Wir bei IKEA sind ein großer Schlaf-Fanclub. Aus gutem Grund: Schließlich schlafen wir im Schnitt ein Drittel unseres Lebens. Kein Wunder, dass das Thema in unserer westlichen Kultur zu einer wahren Wissenschaft geworden ist. Und wenn es um die Einrichtung des Schlafgemachs geht, eröffnet sich zudem ein riesiges Lifestyle-Gebiet. Schließlich ist es ein Raum der Geborgenheit und der Regeneration. Doch wie sieht das in anderen Ländern aus? Komm mit uns auf eine Schlaf-Reise von Japan bis Südamerika!

Ikea Schlaf Weltweit 5 Die Deutschen – nicht die Könige im Schlafen, dafür im Lüften!

1. Deutsche – frische Luft für einen besseren Schlaf

Das Schlafzimmer der Deutschen ist ein intimer Rückzugsort, in dem alles auf Ruhe und Erholung getrimmt ist. Sanftes Licht, weiche Kissen, eine auf die eigenen Bedürfnisse angepasste Matratze und die perfekte Decke gehören zur Grundausstattung. Und natürlich – ein offenes Fenster, denn wir Deutschen sind wahre Frischluftfanatiker. Im Schnitt schlafen wir etwa 7 Stunden und 45 Minuten pro Nacht, was im weltweiten Vergleich eher wenig ist. Es kommt auch schon mal vor, dass sich Ehepartner für zwei verschiedene Schlafzimmer entscheiden, weil sich einer vom Schnarchkonzert des anderen um den Schlaf gebracht fühlt und dadurch besser schlafen kann. Und so langsam lassen auch wir uns auf die Power-Nap-Kultur ein. Doch bis diese sich wirklich durchgesetzt hat, wird es wohl noch eine Weile dauern, denn der Schlaf am Tag galt bei uns lange als unproduktiv und faul.

2. Japaner – gesunder Schlaf durch Minimalismus

In ihren traditionellen Schlafgewohnheiten sind die Japaner wahre Meister des Minimalismus. Wie die anderen Räume ist auch ihr Schlafzimmer in der Regel sehr schlicht eingerichtet und nur mit den nötigsten Dingen ausgestattet. Die wenigen Möbel und ihre Anordnung folgen dem Zen-Prinzip: einfache, angenehme Formen, klare Linien, nichts Überflüssiges. Da es nur wenige Reize in den Räumen gibt, ist die Umgebung ideal für guten Schlaf geeignet.

Ikea Schlaf Weltweit 1 In Japan ist der Power-Nap ganz normal – auch an öffentlichen Orten, wie beispielsweise in der U-Bahn. © Liam Burnett-Blue von Unsplash

Dazu betten sich die Japaner auf Futons. Das sind traditionell mit Baumwolle gestopfte, rollbare Matratzen, die gerade mal 10 Zentimeter dick sind. Auf ein Bettgestell oder Lattenrost wird dabei komplett verzichtet. Stattdessen werden die Futons auf Tatamis ausgebreitet. Das sind weiche, etwa 5 Zentimeter hohe, geflochtene Matten aus Reisstroh, die den Boden in traditionell japanischen Zimmern bedecken. Beim Schlafen sorgen diese aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit für eine gute Belüftung der Schlafunterlage. Und während die Futons morgens zusammengerollt und in einem, in die Wand eingelassenen, Schrank mit Schiebetüren verstaut werden, bleiben die Tatamis immer auf dem Boden. Tagsüber wird darauf gesessen und auch gegessen. Deshalb dürfen die Räume nie mit Straßenschuhen betreten werden.

Ein eigenes Schlafzimmer gilt in Japan aufgrund der hohen Mietpreise übrigens als großer Luxus. Deshalb schlafen meist alle Familienmitglieder in einem Raum zusammen, der tagsüber für andere Aktivitäten genutzt wird. Vielleicht ein Grund dafür, warum ein Japaner nur durchschnittlich auf etwa 6,5 Stunden Schlaf pro Nacht kommt. Der fehlende Schlaf wird dafür aber über den Tag verteilt in kurzen Power-Naps nachgeholt. Die heißen in Japan „inemuri“ und finden auch gerne mal am Arbeitsplatz statt. Anders als in unserer Kultur ist der regelmäßige Tagschlaf in Asien hoch angesehen. Das liegt daran, dass er als Leistungsnachweis betrachtet wird – denn höchstwahrscheinlich ist man durch die zuvor erledigte Arbeit so müde geworden, dass man sich sein Nickerchen verdient hat. Neben dem Schreibtisch wird auch in der U-Bahn, auf Parkbänken oder sogar auf Treppenstufen nach Herzenslust „genappt“.

Ikea Schlaf Weltweit 2 Das Charpai ist ein Holzgestell mit einer gewebten Liegefläche. Da die Nächte in Indien sehr warm sind, liegt nur ein leichtes Tuch auf dem Bettgestell.

3. Inder – die Erfinder der Schlafbekleidung

Kulturen aus dem indischen Raum haben einen großen Teil zu unserem Schlaf beigetragen. Genauer genommen zu unserer Schlafbekleidung, denn der allseits beliebte Pyjama hat seinen Ursprung in der indischen Tracht. Aus dem Dari-Persischen übersetzt bedeutet das Wort so viel wie „Beinkleid“. Mitte des 17. Jahrhunderts brachten die Kolonialherren den Pyjama nach Europa.

In dem Zusammenhang ist es dann doch etwas verwunderlich, dass die Inder selbst keinen besonders hohen Wert auf ihren Schlafkomfort legen. Gebettet wird sich im indischen, wie auch im pakistanischen Raum, auf dem Charpai. Dabei handelt es sich um ein leichtes Holzgestell auf kurzen Beinen mit einer aus Baumwolle, Naturfasern und Dattelblättern gewebten Liegefläche, die an dem Holzgestell gespannt wird. Zum Schlafen werden lediglich Tücher aus Naturfasern untergelegt. Bei den heißen Temperaturen sind Bettdecken nicht notwendig. Aufgrund des in diesen Regionen vorherrschenden warmen und feuchten Klimas eignen sich Matratzen eher weniger für den Schlaf, weil sie zu viel Feuchtigkeit aufnehmen und schimmeln würden. Ein Charpai sorgt hingegen für eine gute Belüftung. Tagsüber wird das Möbelstück anderweitig verwendet, etwa zum Sitzen oder Meditieren. Da es sehr leicht ist, lässt es sich auch einfach wegräumen oder an die Wand lehnen, um den Platz für andere Aktivitäten zu nutzen.

Ikea Schlaf Weltweit 4 Nicht nur kuschlig weich, sondern auch warm – Tierfelle wärmten die Inuits in kalten Nächten.

4. Inuit – besser Einschlafen durch Tierfelle

Tag und Nacht regeln weitestgehend unseren Schlafrhythmus. Doch wie ist es mit den Menschen im hohen Norden, wo es im Sommer nicht wirklich dunkel wird und im Winter kaum Licht vorhanden ist? Da die Jagd das Leben der naturverbundenen Völker im Norden bestimmt und diese häufig auf die Nachtzeit fällt, wird der Schlaf etwa bei den traditionellen Inuit rein nach Bedarf eingeholt. Feste Schlafenszeiten gibt es nicht, geschlafen wird, wenn man müde ist. In den Hütten schlafen die Familien meist gemeinsam in einem Raum – als Bettdecke dienen Tierfelle von Bären oder Elchen. In Iglus leben Völker, wie die Inuit, nicht dauerhaft, heutzutage kommen sie kaum noch zum Einsatz. Sie dienten insbesondere früher den Nomadenvölkern als Übernachtungsmöglichkeit. Dazu wurden sie mit Tierfellen ausgepolstert, die für ein warmes Nachtlager sorgten. Allerdings gibt es nur noch sehr wenige Inuit, die heutzutage stark naturverbunden leben. Die Völker im Norden Kanadas und in Grönland haben sich inzwischen überwiegend an die moderne Lebensweise und somit auch an dessen Schlafweise angepasst.

Ikea Schlaf Weltweit 3 Im Gegensatz zu Europäern benutzen die Maya Hängematten nicht als Wohnaccessoire, sondern als Bett.

5. Maya – schaukelnd in den Schlaf

Wenn es um Schlaf geht, so geht aus dem südamerikanischen Raum eine Errungenschaft hervor, die zum wahren Exportschlager geworden ist: die Hängematte. Was für die Europäer ein Wohnaccessoire ist, das zum Entspannen im Sommer einlädt, ist für die Menschen in Südamerika so viel wie für uns das klassische Bett. Ihren Ursprung hat die Hängematte wohl bei den Maya, die noch heute ihre Babys darin betten und so sanft in den Schlaf wiegen.

Ähnlich wie die Japaner und die Inder, räumen auch die Maya ihren Schlafplatz tagsüber weg. Da Hängematten nur an zwei Haken befestigt werden, geht das besonders schnell. Abgesehen davon, dass es sich so schön in den Schlaf wiegen lässt, hatte der traditionelle Schlafplatz der Maya weitere Vorteile. Er ist nicht nur perfekt an das heiße Klima angepasst und ermöglicht eine Rundum-Kühlung des Körpers, sondern bietet auch Schutz vor giftigen Tieren und Insekten am Boden. Außerdem soll das Schlafen in der Hängematte mit der richtigen Technik besonders gesund für den Rücken sein. Und für eine Siesta, also dem ausgiebigen Schlaf während der Mittagshitze, findet sich wohl kaum ein besserer Schlafplatz.

Natürlich gibt es in jeder Kultur auch Ausnahmen, denn Schlaf ist etwas sehr individuelles und persönliches. Die einzige richtige Art zu schlafen gibt es nicht und jeder muss für sich selbst herausfinden, was am besten funktioniert und einen möglichst erholsam durch die Nacht (oder den Nap am Tag) bringt. In diesem Sinne – schlaft gut!

Warum Kindermund auch beim Thema Schlaf Wahrheit kundtut und was unser Experte Dr. Guy Meadows bei seinen Forschungen zum Familienschlaf herausfand, verraten wir dir hier.