In Wien wird’s grün

Die Einwohner und Besucher der Wiener Innenstadt können ab dem kommenden Jahr das innovativste Einrichtungshaus der IKEA Welt bestaunen: Der Neubau am Westbahnhof wird anders als alle anderen Standorte – ganz ohne traditionelle SB Möbelhalle oder Parkplätze, dafür mit Bäumen an der Fassade für viel frische Luft, einer Dachterrasse für Nachbarn und Sonnenliebhaber und einem ausgeklügelten Mobilitätskonzept. Nach einer Corona-bedingten Pause wird seit rund vier Monaten wieder mit Hochdruck auf der Baustelle gearbeitet, um die spektakulären Pläne umzusetzen.

Ikea Cb Wien 1 Die abwechslungsreich verglaste und begrünte Fassade fällt sofort auf.

Die Entwürfe des Architekturbüros querkraft architekten ZT GmbH, die gemeinsam mit den Experten von IKEA die Planung übernahmen, sind spektakulär: In den Animationen des siebengeschossigen Gebäudes an der Mariahilfer Straße fallen sofort die abwechslungsreich verglasten oder geschlossenen Elemente und meterhohen Bäume auf, die über alle Etagen verteilt sind. Möglich macht das der sogenannte „Grid“, eine Art Rahmen, auf dem das Gebäude basiert. Dieser schafft vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, die auch der Sicherheit zugutekommen. Eine zurückgezogene Fassade im Erdgeschoss schafft beispielsweise mehr Platz für den angrenzenden Straßenbahn-Haltestellenbereich.

Für ein frisches Mikroklima sorgen durchgängig begrünte Bereiche auf jeder Fassadenseite, und lichtdurchflutete Schaufenster garantieren natürliches Licht in dem Gebäude. Die Integration der insgesamt 160 Bäume bewirkt laut Berechnungen, dass die Temperatur im Einrichtungshaus um mindestens zwei Grad Celsius sinkt und auch die Luftfeuchtigkeit positiv beeinflusst wird. Eine Dachterrasse mit vielen Pflanzen bringt zusätzlich Natur in die Innenstadt und bietet in 30 Metern Höhe einen herrlichen Blick über Wien. Sie steht auch außerhalb der IKEA Öffnungszeiten als ein Treffpunkt zum Entspannen oder nächtlichen Sternegucken zur Verfügung.

Ikea Cb Wien 3 Für Autos ist kein Platz: So wird das neue IKEA Einrichtungshaus am Wiener Westbahnhof aussehen.

Autos? Nein, danke

Kunden finden auf vier Etagen das komplette IKEA Sortiment, die Möbelausstellung, Planungsstudios sowie Gastronomiebereiche. Kleine und tragbare Produkte von Servietten bis hin zu Badtextilien stehen nach dem Kauf zum Mitnehmen bereit, alles andere wird innerhalb eines Tages aus dem Logistikzentrum in Strebersdorf direkt nach Hause geliefert oder kann dort auf Wunsch abgeholt werden. Das neuartige Mobilitätskonzept hat einen guten Grund: Am Westbahnhof entstehen keine Parkplätze, stattdessen ist der Standort unkompliziert zu Fuß, mit dem Rad, per U-Bahn oder Straßenbahn erreichbar. So geht IKEA auf aktuelle Megatrends und Änderungen im Einkaufs- und Mobilitätsverhalten ein.

Ikea Cb Wien 2 Der Neubau ist optimal zu Fuß, per Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.


Doch warum verzichtet IKEA in der österreichischen Hauptstadt auf die herkömmliche Anbindung per Auto? Bereits heute besitzen zwei Drittel der Einwohner Wiens keinen Privatwagen und legen rund 40 Prozent ihrer täglichen Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Die Stadt möchte langfristig autofrei werden, in den kommenden fünf Jahren soll die Anzahl der mit Pkw absolvierten Wege auf ein Fünftel zurückgehen.

Laut Umfragen wünschen sich die IKEA Kunden in Wien zudem schon lange ein Einrichtungshaus im Stadtzentrum. Das Konzept richtet sich daher explizit an Anwohner und Shopping-Fans, die sich regelmäßig in diesem Bereich aufhalten. Um die Besucher und Nachbarn nicht mit Lärm von der Warenanlieferung zu stören, erfolgt diese im Inneren des Gebäudes – mit einer Drehscheibe werden die Lkw dafür in die richtige Position bewegt und entladen.

Ikea Cb Wien 9 Bei den Bauarbeiten steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund.

„Ausgezeichnet“ bauen und schlafen

Mit der Errichtung des Innenstadthauses in Wien zahlt IKEA auf das Ziel ein, klimapositiv zu werden. Eine Spezialfirma übernahm die umweltgerechte Entsorgung oder Wiederaufbereitung des abgerissenen Bürohauses. Der Neubau wird nach BREEAM zertifiziert, einem Bewertungssystem für ökologische und soziokulturelle Aspekte der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Unter anderem durch die Wahl der Baustoffe wird die Beurteilung als „Ausgezeichnet“ angestrebt. Zu allen Maßnahmen erhalten die Anwohner übrigens, wie bei anderen IKEA Projekten, auf regelmäßigen Veranstaltungen umfangreiche Informationen.

Im Erdgeschoss profitieren ein Frisör, ein Bäcker, ein Hörgeräte-Spezialist und eine Apotheke von den modernen und freundlichen Geschäftsflächen und sorgen so für eine Bereicherung der Haupteinkaufsstraße. Eine weitere Innovation findet sich in den beiden oberen Stockwerken, denn hier zieht erstmals im deutschsprachigen Raum die Accor-Marke JO&JOE mit einer Mischung aus Hostel und klassischem Hotel ein. Mit diesem Lifestyle-Treffpunkt für urbane Menschen aus aller Welt geht (fast) ein Wunsch vieler unserer Kunden in Erfüllung: einmal übernachten bei IKEA!