Interior-Piece & Lesestoff: das Coffee Table Book

Die Tischplatte von OMTÄNKSAM in dezentem Anthrazit lädt zu einem monochromen Arrangement ein. Bücher in ähnlichen Farben wirken hier besonders elegant.

Ein hochwertiger Einband, meist ein großes, eher unhandliches Format, wenig Text, aber dafür atemberaubende Bilder – die Rede ist vom Coffee Table Book. Die schönen Bücher zu den unterschiedlichsten Themen sind derzeit beliebt wie nie und dürfen in keinem Zuhause fehlen. Anfang des Monats haben wir euch bereits eines auf unserem Blog vorgestellt. Doch wie hat dieses Buchformat seinen Weg auf unsere Couchtische gefunden? Und wie setzten wir es gekonnt in Szene?

Ikea Coffee Table Books 5 Der LISABO Tisch ist groß genug, um darauf auch ein aufgeschlagenes Buch zu platzieren.

Das Coffee Table Book verdankt den Namen seinem „Zuhause“, denn es „wohnt“ in der Regel auf einem Couch- oder Beistelltisch. Ein Ort, an dem Menschen gerne einen Kaffee abstellen, oder auch ein Tässchen Tee. Letzterer ist besonders in der britischen Tradition fest verankert – über diesen Umweg führt die Annahme, die Heimat des Coffee Table Books sei das Vereinigte Königreich. Belegt ist dies jedoch nicht.

Ein Buch wird zum Wohnaccessoire

Traditionell hat das Coffee Table Book einen Hardcover-Einband. Die aufwendige Produktion, die Papierqualität und sein Umfang machen es häufig zu einer kostspieligeren Anschaffung. Durch seine hochwertige und attraktive Aufmachung wird es zum Eyecatcher und somit auch zum beliebten Wohnaccessoire. Gleichzeitig verrät es auch etwas über seinen Besitzer – nicht ohne Grund schenkt jemand einem bestimmten Thema so viel Aufmerksamkeit. Und ganz nebenbei öffnet es Türen für Gespräche, insbesondere dann, wenn man sich noch nicht gut kennt oder zum ersten Mal zu Besuch ist. Andersherum ist es auch immer eine schöne Geschenkidee.

Ikea Coffee Table Books 11 „Experimentieren mit Farben eröffnet zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten“, erklärt IKEA Interior Designer Konrad.

Das Coffee Table Book: Von clean und elegant bis maximalistisch

Wir haben IKEA Interior Designer Konrad Pichlmeier nach Tipps und Tricks rund um das Coffee Table Book gefragt: „Als Interieur-Piece kann schon ein einzelnes Coffee Table Book einen Couch- und Beistelltisch oder auch ein Sideboard oder eine breite Fensterbank schmücken. Besonders bei kleineren Tischen ist das eine gute Lösung, damit diese nicht überladen wirken. Noch spannender funktioniert es innerhalb eines Arrangements. Harmonisch wirken mehrere Bücher, die der Größe nach, beginnend mit dem größten ganz unten, gestapelt werden. Ebenso werden mehrere Stapel auf einem größeren Tisch zum Blickfang”, erklärt er.

„Das Experimentieren mit Farben eröffnet zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten: Monochrome Stapel, besonders in Schwarz-Weiß, wirken sehr elegant. Ein farbliches Wechselspiel in den Tönen der Tischplatte oder der gesamten Einrichtung sorgt für Spannung. Maximalistisch und verspielt wird es mit einer ganz bunten Mischung. So kann den Bücherstapel ein besonderes Deko-Objekt krönen – etwa eine Vase, Kristalle oder Figuren. Auf Tischen mit mehreren Ebenen kommt die Buch-Kollektion besonders gut zur Geltung. In Gesellschaft von Grünpflanzen bekommt die Komposition Dynamik“, rät Konrad. Und: „Mehr Abwechslung bringt das Coffee Table Book, wenn es aufgeschlagen platziert wird. Durch Umblättern wirkt das Deko-Element immer wieder neu und lädt noch intensiver ein, mal hineinzuschauen und sich inspirieren zu lassen.“

Ikea Coffee Table Books 8 Alles auf einen Blick: Coffee Table Books und Zeitschriften bedecken kachelartig die gesamte Tischplatte. Foto: NMG Network via Unsplash

Die Geschichte der Coffee Table Books

Historisch betrachtet, führt die Spur der Coffee Table Books in die Schweiz. In Genf produziert der Verleger Albert Skira als einer der ersten in den 1940er-Jahren aufwendige Kunstbücher, die zu seinem Steckenpferd werden. Unter anderem die Freundschaft zum französischen Maler Henri Matisse ebnet Skira damals den Weg auf diesem Gebiet.

Wenige Jahre später macht sich der US-amerikanische Verlag Harry N. Abrams einen Namen als Spezialist für großformatige Kunstbände. David Brower, ein prominenter Umweltschützer seiner Zeit und Geschäftsführer der Naturschutzorganisation Sierra Club, greift das Format ebenfalls auf. Er kombiniert großformatige Naturfotografien mit wenig Text. Das Auge des Betrachters soll sich laut Brower im großen Bild bewegen, es erkunden, anstatt das Motiv auf einen Blick zu erfassen. Das erste Buch der Reihe wird unter dem Titel „This is the American Earth“ 1960 veröffentlicht, 19 weitere Bänder folgen.

Ikea Coffee Table Books 4 Harmonisch: Bücher greifen die Farbe der Einrichtung auf. Foto: Mark Adriane via Unsplash

Inspiration für den Beistelltisch

1961 erscheint der Begriff „Coffee Table Book“ erstmals in einem amerikanischen Kunstmagazin – damit ist er im Sprachgebrauch angekommen und die Beliebtheit der schönen Bücher ist nicht mehr zu bremsen. Heute ist die Auswahl der dekorativen Publikationen überwältigend. Sie decken die unterschiedlichsten Themenbereiche ab: Besonders populär sind Kunstbände, Landschaftsfotografien, aber auch die Schwerpunkte Mode, Design oder Innenarchitektur – doch welchem Thema sich ein solches Buch auch widmet, die Voraussetzung ist, dass es sich durch großformatige Bilder tragen lässt. Eine immer wieder interessante und überraschende Auswahl an Coffee Table Books publiziert heute z.B. der Taschen Verlag.

Du hast Lust bekommen, selbst ein Coffee Table Book auf deinem Tisch zu arrangieren oder mithilfe einer Traumreise für einen kurzen Augenblick in Schweden sein? Wir stellen dir hier „Ausflüge ins Småland“ von Autor Christian Holzer vor.