Resteverwertung: Die Liebe zur Nachhaltigkeit

Laut einer Studie der Naturschutzorganisation WWF landen in Deutschland über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich im Müll. Zehn Millionen Tonnen davon ließen sich bereits heute durch nachhaltigeren Konsum verhindern. Eine gute Möglichkeit zur Foodwaste-Minimierung bietet die Resteverwertung von Brot und Trester. Habt ihr Lust auf nützliche Tipps und Inspirationen, die Spaß machen und richtig lecker sind?

Resteverwertung 12 Der MAGASIN Holz-Brotkasten hält Backwaren länger und nachhaltiger frisch.

Brot-Reste – nachhaltiger Umgang mit Backwaren

Pro Sekunde werden weltweit 313 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel entsorgt. Deutschland gehört mit zu den größten Verursachern – durchschnittlich werfen wir alle jährlich 82 Kilo Essen in die Tonne. Krasse Zahlen, die uns zum Handeln bewegen sollten! Brotreste nehmen den größten Anteil unseres Lebensmittelmülls ein. Um diese Mengen zu vermeiden, hilft im ersten Schritt eine gute Planung, um zielgerecht und nachhaltig einzukaufen.

Damit Brot tagelang frisch und knusprig bleibt, bewahrt ihr es am besten in einem Holzkasten, Tontopf oder einem simplen Geschirrtuch auf. Je nach Bedarf wird so die Luftfeuchtigkeit reguliert und an das Brot abgegeben. Papiertüten hingegen sind zur Lagerung nicht geeignet, da sie den Brotschnitten Feuchtigkeit entziehen. Wenn das Brotstück einmal angeschnitten ist, wird dieses auf der Schnittstelle stehend gelagert – so trocknet es langsamer aus.

Resteverwertung 3 Trockenes Brot muss nicht direkt in den Müll – mit diesen Tipps wird es wieder genießbar.

Backwaren, die erst ein paar Tage alt sind, können auf dem Toaster oder im Ofen erwärmt werden und sind so blitzschnell wieder verzehrbereit. Sogar leicht gehärtetes Brot lässt sich ganz einfach auffrischen: Dafür den Boden eines luftdichten Gefäßes mit Wasser bedecken und eine Tasse in die Flüssigkeit stellen. Darauf legt ihr die gehärtete Stulle, sodass sie nicht das Wasser berührt. Die Konstruktion geschlossen über Nacht stehen lassen – das Brot nimmt die Feuchtigkeit auf und wird schön locker. Soll es schneller gehen, Wasser auf dem Herd zu Sieden bringen und das Brot mit dem Wasserdampf auffrischen – ein Bambuskorb kann hierbei hilfreich sein. Ihr solltet es dann sehr bald verzehren. Auch bereits hartes Brot kann gerettet werden: In einem feuchten Geschirrtuch verpackt, bewirken zehn bis 15 Minuten im Ofen wahre Wunder!

Leckere Tipps und Ideen für „altes“ Brot!

Es gilt die Faustregel: Je heller der Laib, desto kürzer die Haltbarkeit. Wenn also zu viel helles Brot übrigbleibt, empfiehlt es sich, dieses zukünftig im Gefrierschrank aufzubewahren. Für kleinere Haushalte reicht es bereits, zwei bis drei Scheiben in einem verschließbaren Beutel nebeneinander lagernd einzufrieren.

Resteverwertung 13 Frischer Brotsalat schmeckt immer und bekämpft Foodwaste.

Sind eure Brötchen oder das Brot schon zu hart für das Frühstück, zaubert euch einfach neue Leckereien daraus. Am besten trocknet ihr die Backwaren zuerst, indem ihr sie in kleine Würfel oder dünne Scheiben schneidet, da sie am Stück schneller schimmeln. Anschließend in einem luftdurchlässigen Stoff einwickeln oder direkt in einer Pfanne pur oder mit etwas Olivenöl, Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer anrösten. Vernaschen könnt ihr diese leckeren Reste beispielsweise als Croutons oder Chips-Alternative. Brotwürfel binden aber auch Suppen oder schmecken köstlich in einem Brotsalat.

Getrocknete Brotscheiben lassen sich zudem einfach zu schmackhaftem Bruschetta oder French Toast verwandeln. Für letzteres verquirlt ihr 60 ml Milch mit einem Ei, weicht dickere Scheiben der Brot-Reste darin ein und bratet es in der Pfanne goldbraun. Mit Zimt und Zucker bestreut ist das ein wahrer Genuss!

Resteverwertung 5 Die Apfel-Karotten-Küchlein entstehen aus dem zurückbleibenden Trester.

Köstlichkeiten aus Trester

Presst ihr euch ab und zu einen gesunden Saft? Der sogenannte Trester, die Obst- und Gemüse-Rückstände, die durch die Saftpresse entstehen, müssen nicht weggeworfen werden. Daraus lassen sich viele schmackhafte Gaumenfreuden kreieren. Beim Entsaften bleiben die festen Bestandteile mit all den Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen zurück. Den Trester weiterzuverwenden ist also nicht nur nachhaltig, da ihr Müll einspart, sondern auch überaus gesund und sehr schmackhaft.

Karotten-Trester eignet sich optimal für orientalische Gemüsebällchen. Oder ihr presst euch gleich noch einen Apfelsaft dazu – mit den Trestern der beiden Gemüsesorten könnt ihr anschließend einen köstlichen Kuchen backen. Die Apfel-Karotten-Küchlein sind den (Geschmacks-)Test auf jeden Fall wert.

Das Fruchtfleisch solltet ihr am besten so schnell wie möglich aufbrauchen. Der Trester ist jedoch auch für einen Tag in einer luftdichten Schüssel im Kühlschrank haltbar oder ihr friert ihn einfach ein. So oder so: Werft den Trester nicht einfach in den Müll! Er ist kompostierbar und somit ein nachhaltiger Dünger – eine Art Vitamin-Booster für die Erde und daher zu gut für die Tonne!

Resteverwertung 4 Der virale „Tortilla-Hack“ ist nachhaltig – er eignet sich super zur Resteverwertung.

Food-Trends für mehr Nachhaltigkeit: Selbstgemachtes Kräutersalz und der „Tortilla-Hack“

Auch an den Food-Trends geht Nachhaltigkeit nicht spurlos vorbei. Sellerie-Saft ist dafür nur ein Beispiel. Der Trester, der beim Pressen zurückbleibt, kann als gesundes Kräutersalz weiterverwendet werden. Sellerie ist nämlich von Natur aus würzig und schmeckt leicht salzig. So geht’s: Für das Kräutersalz den Trester auf einer Backmatte so dünn wie möglich verstreichen. Im Backofen lasst ihr ihn bei 100 Grad nun so lange trocknen, bis die Gemüsestückchen rascheln. Sollte das Salz noch zu grob sein, mit einem Mixer oder Mörser zur gewünschten Größe zerkleinern. Nicht nur der Trester, auch die Sellerie-Blätter können weiterverwendet werden – und zwar als Kräuter. In einem luftdichten Glas ist das getrocknete Blattwerk zusammen mit dem Salz monatelang haltbar.

Auch der „Tortilla-Hack“ geht viral – kennt ihr ihn schon? Dafür einen Tortilla-Wrap an einer Seite bis zur Hälfte einschneiden und jedes Viertel belegen. Anschließend wird dieser ringsherum gefaltet und in einer Pfanne gebraten. Für den Belag könnt ihr alle Reste verwerten, die euer Kühlschrank hergibt!

Wenn ihr noch mehr Anregungen zum Thema Nachhaltigkeit bekommen möchtet, schaut gerne in den Beitrag über Lebensmittelverschwendung oder Foodwaste hinein.